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Kommentar Südafrika Showdown ohne Bürgerkriegsgefahr

Dominic Johnson

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Dominic Johnson

Der Korruptionsvorwurf gegen ANC-Chef Zuma darf aufrecht erhalten werden, so ein Gericht. Daran zeigt sich die Belastbarkeit der Institutionen im Post-Apartheid-Südafrika.

E s spricht für die Belastbarkeit der Institutionen im jungen demokratischen Südafrika, dass ein unabhängiges Gericht jetzt schwere Korruptionsvorwürfe gegen den mutmaßlichen nächsten Staatschef, Jacob Zuma, aufrechterhalten kann, ohne dass die Stabilität des Landes Schaden nimmt.

Dominic Johnson ist Afrika-Redakteur im Auslandsressort der taz.

Immerhin fiel der gestrige Richterspruch, wonach der Präsident und Spitzenkandidat des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) weiterhin wegen Korruption juristisch verfolgt werden darf, zehn Wochen vor den kommenden Wahlen, die wohl die spannendsten in Südafrikas Geschichte werden dürften. Denn seit der Populist Zuma Ende 2007 die Macht im ANC an sich riss und im September 2008 seinen Rivalen Thabo Mbeki zum Rücktritt vom Posten des Staatspräsidenten zwang, blüht in Südafrika eine historisch beispiellose politische Streitfreudigkeit. Ihre langfristigen Folgen - mehr Pluralismus oder doch mehr Gewalt? - sind derzeit noch nicht abzusehen.

Dass Zuma weiterhin im Schatten der Korruption steht, ist dabei weniger wichtig als der Umstand, dass die Richter gestern die Vorwürfe für ungültig erklärt haben, die vor vier Monaten zum Rücktritt Präsident Mbekis führten: Mbeki habe sich nicht, wie damals behauptet, in die Justiz eingemischt, um Zuma eins auszuwischen. Der geschasste Mbeki kann sich jetzt als Saubermann bestätigt fühlen. Nicht von ungefähr begrüßt die von Mbekis Freunden gegründete ANC-Aspaltung Cope (Volkskongress) das neue Urteil und hält es nunmehr für erwiesen, dass Zumas ANC durch die Absetzung Mbekis einen "sehr gefährlichen Präzedenzfall" geschaffen habe.

Die Bühne ist damit frei für einen politischen Showdown, wie ihn Südafrika noch nicht erlebt hat: zwischen zwei einst verbrüderten und daher jetzt besonders unversöhnlichen Lagern. So manche Länder würden daran zerbrechen. Wenn Südafrika das unbeschadet übersteht und das Ergebnis der für Ende März angesetzten Wahlen unumstritten und klar ist, wird das Land am Kap sich endgültig zu einer gefestigten, streitbaren Demokratie gemausert haben.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Dominic Johnson

Dominic Johnson Ressortleiter Ausland

Seit 2011 Co-Leiter des taz-Auslandsressorts und seit 1990 Afrikaredakteur der taz.
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