Kommentar Rückkehr zum Print: Blog geht offline

Die Web-Modecommunity "I like my style" bringt nach einem erfolgreichen Start im Internet jetzt auch ein Printmagazin heraus. Diese Rückkehr zur Materie könnte Schule machen.

Brummende Server statt geräuscharmer Bibliothekssäle, Online-Newsletter statt Kioskregale, iPad statt Einband: Wem es vor dieser schönen, neuen Onlinewelt graut, der kann wieder auf eine Zukunft mit Druckerschwärze hoffen. Das zeigt das Beispiel der Web-Modecommunity "I like my style", die nach einem erfolgreichen Start im Internet jetzt auch ein Printmagazin herausbringt. Wie jetzt? War Print nicht eben noch völlig out? Überholt? Überteuert?

Wie man sieht, nicht zwangsläufig. Gerade die Generation 2.0 entdeckt das "Was zum Anfassen" neu. Diese Rückkehr zur Materie ist allerdings kein Rückschritt. Denn ähnlich wie in der Modewelt wiederholt sich auch hier kein Trend unverändert. Die Von-Online-zu-Print-Magazine spiegeln endlich auf dem konventionellen Pressemarkt wider, was im Internet seit Jahren praktiziert wird: nämlich partizipative und interaktive Inhalte, die von Usern und Bloggern selbst erstellt werden.

Das entspricht dem Zeitgeist und trägt dazu bei, festgefahrene Formen und Strukturen zu sprengen. Printversionen gut besuchter Sites ermöglichen es, den etablierten Pressemarkt zu demokratisieren. Denn hier entscheidet nicht ein Redakteur, sondern die Community, welche Themen relevant sind, was "in" und was "out" ist.

ALEXANDRA FRIEDMANN (25)

Ob Magazine wie "I like my style" auf die Dauer finanziell über die Runden kommen können, wird sich zeigen. Manche Blogger wissen den Print sogar so sehr zu schätzen, dass sie sich nicht scheuen, erst mal profitlos und ohne jegliches Zeilenhonorar in Druck zu gehen, wie zum Beispiel die Macher des regionalen Polit-Blogs "Ruhrbarone". Ein Zeichen dafür, dass wir noch sehr lange genüsslich in unseren Lieblingsmagazinen werden blättern können, und das ganz ohne Maus, Touch-Bildschirm und Stromkabel.

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