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Kommentar Riesen-Ziegenstall Und das alles für zehn Arbeitsplätze

Gernot Knödler

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Gernot Knödler

Bei diesem Projekt kommt so viel Merkwürdiges zusammen, dass es schwer ist, nicht daran zu glauben, dass die Firma Petri von Teilen der Landesregierung über Gebühr gehätschelt wird.

Z iegenkäse ist lecker, weshalb es zunächst einmal zu begrüßen ist, wenn jemand das Angebot ausweitet. Doch auch Ziegenställe machen Mist und was da im Landkreis Holzminden geplant ist, stinkt nicht nur faktisch, sondern auch im übertragenen Sinne zum Himmel. Denn hier kommen so viele Merkwürdigkeiten zusammen, dass es schwer ist, nicht daran zu glauben, dass die Firma Petri von Teilen der niedersächsischen Landesregierung über Gebühr gehätschelt wird.

Mögen die Berichte über Nachbarschaften und Freundschaften als Spekulationen gelten und die Vergabe der Domäne ohne Ausschreibung mit rechten Dingen zugegangen sein. Dann bleiben immer noch die weit reichenden Versprechen, die dem Investor gegeben wurden: eine neue Wasserleitung, Aufhebung des Denkmal- und des Landschaftsschutzes. Und das alles für klägliche zehn Arbeitsplätze.

Über die Gründe lässt sich munter rätseln: Wollen die beiden Minister von FDP und CDU ein Exempel statuieren, um zu beweisen, dass sie von Mittelstandsförderung nicht nur reden? Steht es so schlimm um Niedersachsen, dass demnächst jeder Wurst-Grill vom Denkmalschutz befreit wird? Ministern, die derart schlecht verhandeln, darf man das Gemeinwohl nicht in die Hände legen.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Gernot Knödler

Gernot Knödler Hamburg-Redakteur

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