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Kommentar Häfen Der Kai und die Kisten

Kommentar von

Sven-Michael Veit

Nach der Krise haben die norddeutschen Häfen die Chance auf einen Neuanfang. Sie dürfen sich nur nicht vom erwarteten Aufschwung blenden lassen.

E s schlägt die Stunde der Gesundbeter. Vom Erreichen der Talsohle ist die Rede, andere sehen das Licht am Ende des Tunnels und auf den unvermeidlich scheinenden Silberstreif am Horizont zu verzichten, kommt für die Metapherndrescher nicht in Frage. Nach jedem Abschwung, das ist bekannt, folgt ein Aufschwung, aber deshalb müssen sonst so nüchtern kalkulierende Unternehmer nicht gleich ins Schwärmen geraten.

Die Weltwirtschaft kommt wieder in Schwung, dafür gibt es etliche Anzeichen. Das aber darf nicht bedeuten, so weiter zu machen wie vor der Krise. Um nackter Bilanzen willen Kisten auf dem Kai zu stapeln, ist weder ökonomisch noch ökologisch von höherer Sinnhaftigkeit.

Denn die Welt wird nicht wieder so werden, wie sie bis vor zwei Jahren war, und das ist kein Nachteil. Die ungehemmte und hemmungslose Globalisierung ist Vergangenheit, und darin liegt die Chance. Deshalb müssen die Häfen vorbereitet sein auf erneut anschwellende Warenströme.

Und das bedeutet Kooperation. Wird der Kuchen kleiner, darf die Konkurrenz der norddeutschen Häfen nicht noch härter werden. Zusammenarbeit und Arbeitsteilung sind der richtige Weg.

Diese Chance muss genutzt werden - nicht für die Rationalisierung von Arbeit, sondern für deren Optimierung.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Sven-Michael Veit Hamburg-Redakteur

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