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Ich habe ohne vorher ein Übungsbuch oder Ähnliches zu bemühen 135 der 300 Fragen in rund 45 Minuten als lange in deutschland lebende Ausländerin durchgearbeitet mit einer Fehlerquote unter 8%. Man muß wohl einfach nur regelmäßig eine Zeitung Lesen sowie der Deutschen Sprache wirklich mächtig sein! viele Länder kennen einen Staatsbürgerschaftstest. Wer Deutsche/r werden will und lange hier lebt und sich integriert hat, schafft ihn. Es müssen ja nur rund die Hälfte aller Fragen bestanden werden.Für die neuen Bürger mit geringerem Bildungsniveau bedeutet er vermutlich etwas mehr "Fleiß". Aber das ist schließlich eine alte, preussische Tugend...mit der man auch in der Bundesrepublik "aufsteigen" kann. Für ich ist die Hürde "Einbürgerungstest" ok.
"Sie ergab, dass 40 Prozent aller türkischstämmigen Studenten in Deutschland nach ihrem Abschluss lieber in der Türkei arbeiten wollen."
Wird hier nicht ein Problem herbeigeredet, welches wir nicht haben? (Wie hoch ist die absolute Anzahl dieser Studenten? "Türkischstämmig" - was besagt das? Deutscher oder türkischer Pass? Deutscher Pass uns Sehnsucht nach Türkei?).
blinken
Ist meines Erachtens bei weitem kein akutes Problem. Nicht repräsentativ, das weiss die Redaktion aber wohl auch. Wichtiger: Eltern, die Ihren Kindern keine Ausbildung geben, die Sprache Deutsch nicht lehren. Kinder, die dann schon in Kindergarten und Schule den Anschluss verlieren und DANN erst recht kein Interesse daran haben sollten, eingebürgert zu werden. Auf deren Rücken wird das ausgetragen. Mit oder ohne Einbürgerung - der nächste Hartz-IV-Kandidat entsteht. Werdet doch einmal wach und greift die relevanten Probleme auf. Mit dieser Form von Berichterstattung tragt ihr dazu bei, dass notwendige Reformschritte nicht vorangetrieben werden.
Viele Grüsse,
Markus Hill
PS: Erlebnis in Köln, S-Bahn. Jugendgruppe - Sozialarbeiterin sagt, dass viele Eltern Ihre zum grössten Teil türkischstämmigen Kinder NICHT zum freiwillig angebotenen Deutschkurs, zweimal die Woche nachmittags stattfindend, fahren wollen (Kein Einsicht? Bildungsferne? Faulheit?). Die Sozialarbeiterin bietet sich selber als Fahrhilfe an. So war das wohl nicht gedacht. So viel zu freiwilligen Intergrantionsgipfeln - wieder auf Kosten der Kinder. Zukunftsrelevant - relevanter als türkischstämmige Studenten. (Wer die deutsche Sprache DANN beherrscht, wir locker so einen Text bestehen).
Zitat: "Nur beim Fordern ist sie gut." Die BRD nämlich. Oh jeh.
Liebe taz, ich lese Dich ja sehr gerne. Aber, 'mal unter uns, Deine Berichterstattung wenn es auch nur im entferntesten um Ausländer, Flüchtlinge, Fremde usw geht, ist dermaßen oberflächlich und einseitig. Und überwiegend nach dem gleichen Schema: die armen Fremden, Migranten, Zuwanderer oder wie auch immer, denen die Bundesrepublik nicht genüge tut.Dort hilfsbedürftig - hier böse und immer zu wenig.Gähn.
Wieso schreibt ihr dann z.B. eigentlich nicht, daß die USA, Australien, Neuseeland usw. mit ihrer Forderung, bei Einbürgerung englisch zu können, die Bewerber schikanieren?
Wißt ihr, was eigentlich wirklich 'mal ein spannendes Thema wäre? Die taz berichtet über Armenspeisungen, spricht mit den Betroffenen und ihren Kindern. Und recherchiert, wie die BRD mit ihren armen, (bereits) hier wohnenden, Menschen umgeht.
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Ich habe den Einbürgerungstest durchgeführt. Viele Fragen erfordern ein Detailwissen. So mancher Deutsche würden diesen Test nicht bestehen. Was machen wir dann mit ihnen? Entziehen wir diesen Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft? Ich halte diesen Test für schädlich und überflüssig.
Mit freundlichen Grüßen
Irene Klaus
Nordrhein-Westfalens Grüne machen eine „Angstkampagne“ von Springer-Presse, CDU und FDP für ihre Umfragewerte verantwortlich.
Kommentar Einbürgerungstest: Kein Anreiz zum Deutsch werden
Die Zahl der Einbürgerungen sinkt derzeit kontinuierlich. Das wird sich mit dem neuen Einbürgerungstest nicht ändern, denn er muss als Schikane empfunden werden.
Wissen Sie, warum Willy Brandt 1970 im ehemaligen jüdischen Ghetto von Warschau auf die Knie fiel? Wie viele Bundesländer es gibt? Wer die Exekutive stellt? Prima, dann haben Sie in der Schule gut aufgepasst.
Ab September müssen alle Einwanderer, die Deutsche werden wollen, sich auf solche Fragen vorbereiten. Dagegen ist zunächst wenig einzuwenden: Viele Einwanderungsländer kennen ähnliche Multiple-Choice-Tests. Und zum Glück verzichtet Innenminister Schäuble auf Gesinnungsfragen, wie man sie aus Baden-Württemberg kennt, wo man die persönliche Einstellung von Einbürgerungswilligen prüft.
Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland haben keinen deutschen Pass. In ganz Europa gibt es kein Land, das so viele "Ausländer" aufweist, die innerhalb der eigenen Grenzen geboren wurden. Das liegt noch am alten Staatsbürgerschaftsrecht. Erst seit 2001 hat jedes Kind, das hier zur Welt kommt, ein Recht auf die deutsche Staatsbürgerschaft - zuvor hing das von der Herkunft der Eltern ab.
Die Bundesrepublik hat deshalb Nachholbedarf, möglichst viele Einwanderer einzubürgern und rechtlich gleichzustellen, und die Bundesregierung hat dies ausdrücklich zu ihrem Ziel erklärt. Tatsächlich aber sinkt die Zahl der Einbürgerungen kontinuierlich - und, diese Prognose sei erlaubt, sie wird weiter abnehmen. Denn wer sich jetzt um die Staatsbürgerschaft bewirbt, der muss den neuen Einbürgerungstest als Schikane empfinden. "Fordern und Fördern" hat sich die Bundesregierung als integrationspolitisches Motto auf die Fahnen geschrieben. Nur beim Fordern ist sie gut.
Was aber passiert, wenn man für Einwanderer immer neue Hürden errichtet, statt sich um sie zu bemühen, hat kürzlich eine Studie gezeigt: Sie ergab, dass 40 Prozent aller türkischstämmigen Studenten in Deutschland nach ihrem Abschluss lieber in der Türkei arbeiten wollen. Im globalen Wettbewerb um Hochqualifizierte ist dieser Braindrain ein Luxus, den sich kein Land leisten kann. Statt sich also nur lustige Wissensfragen einfallen lassen, müsste die Bundesregierung jetzt einmal überlegen, welche Anreize zur Einbürgerung und zur Identifikation mit diesem Land sie bietet.
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Kommentar von
Daniel Bax
Autor und Journalist
Daniel Bax ist Autor und Journalist. Er lebt in Berlin und schreibt zu Themen wie Migration, Integration und Religion, über Rassismus und Antisemitismus, Popkultur und globale Musik. Von 1998 bis 2017 war er Redakteur bei der taz: im Kulturteil, im Ressort "Meinung und Debatte" und im Inlandsressort. 2015 erschien sein Buch “Angst ums Abendland” über antimuslimischen Rassismus. 2018 veröffentlichte er das Buch “Die Volksverführer. Warum Rechtspopulisten so erfolgreich sind.”
Neue Kolumne: Wir machen Ernst
Kein Kulturkampf!
Wenn eine kleine Veränderung wie die Umstellung auf postfossile Heizgeräte schon zur letzten Entscheidungsschlacht hochgejazzt wird: Wie soll man da Ernst machen mit den großen Sachen?
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