Kommentar Betriebsratswahl Fitness First: Deutliche Signale
So innovativ und modern Fitness First sich präsentieren mag: Innerbetrieblich herrscht bei dem britischen Konzern wohl noch der Manchester-Kapitalismus.
E s hat mehrerer Anläufe bedurft, bis in einer Hamburger Fitness First-Filiale die Betriebsratswahlen eingeleitet werden konnten. In der Vergangenheit scheiterten die Versuche meist schon im Vorfeld, weil die Wahlvorstände, unter Druck gesetzt, das Handtuch warfen. Nicht zuletzt, weil sich nun die Gewerkschaft eingeschaltet hat, könnte die "Operation Betriebsratswahl" diesmal erfolgreich sein.
Auch jetzt allerdings versucht der Arbeitgeber noch in letzter Minute die Notbremse zu ziehen. Als die Gewerkschaftsstrategen auf die pfiffige Idee kamen, die sechs Hamburger Filialen als Einheit - also einen Betrieb - anzusehen und dafür einen gemeinsamen Betriebsrat zu wählen, zog Fitness First sich auf eine neue taktische Linie zurück: Betriebsratswahl - im Prinzip ja, aber bitte doch für jedes Haus einzeln. Dahinter stand ziemlich offensichtlich die Hoffnung, dass es dann wieder nicht klappen würde mit dem Wahlgang.
So innovativ und modern Fitness First sich am Markt vielleicht präsentieren mag: Innerbetrieblich herrscht bei dem britischen Konzern wohl noch der Manchester-Kapitalismus.
Dabei müssten die Muckibuden-Bosse angesichts etlicher Betriebsratsgründungen im ganzen Bundesgebiet die Signale eigentlich gehört haben. In einer Firma mit einem Drittel prekärer Arbeitsverhältnisse ist ein Betriebsrat ein absolute Muss.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert