Kommentar Ausbau der Elbe: Güter auf die Gleise

Der Transport von Gütern auf dem Wasser ist vergleichsweise umweltverträglich. In erster Linie gilt das aber für die Seeschifffahrt.

Im Grundsatz ist die Idee nicht falsch. Der Transport von Gütern auf dem Wasser ist vergleichsweise umweltverträglich. Schiffe können große Mengen laden, das senkt den Verbrauch pro Stück. In erster Linie gilt das aber für die Seeschifffahrt: Ein Container voller Flaschen australischen Weines hat bei der Ankunft in Hamburg oder Bremen eine bessere Klimabilanz als ein LKW voller Riesling aus der Pfalz.

Bedingt gilt das auch für die Binnenschifffahrt, für die auf der Elbe allerdings nicht unbedingt. Denn der Strom in der Mitte Deutschlands ist, anders als der aus den Hochalpen gespeiste Rhein, aus natürlichen Gründen ein Niedrigwasserfluss, der regelmäßig in weiten Teilen trocken fällt.

Auch ist die Elbe wegen der jahrzehntelangen politischen Teilung als Stromgebilde großenteils intakt geblieben. Und seit nach der Wende der Schadstoffeintrag drastisch reduziert und die Wasserqualität nachhaltig verbessert wurde, sind die Auenwälder, Feuchtgebiete und Altarme zu ökologischen Kleinodien von seltenem Rang in Europa geworden. Diesen Fluss durchgängig zu kanalisieren, wäre ein weit schlimmeres Umweltverbrechen als die Ausbaggerung der Unterelbe.

Obendrein wäre es verkehrspolitisch unnötig sowie volks- und betriebswirtschaftlich widersinnig. Denn der Gütertransport auf dem Festland gehört auf die Gleise.

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