Kommentar Antworten zum Gaza-Krieg: Heuchlerische Hamas

Für die Hamas ist jeder Israeli ein Feind, der getötet werden darf. Auch bei Kindern wird keine Rücksicht genommen.

Dass die Angriffe der Hamas nicht auf Zivilisten gerichtet waren, stimmt - solange von Palästinensern die Rede ist. Der von Kassam-Raketen verursachte Tod palästinensischer Kinder, Frauen oder Männer wird von den Islamisten als Kollateralschaden abgelegt - bedauerlich, aber unvermeidlich. Einen Unterschied zwischen Israelis, die Uniform tragen, und denen, die zivil gekleidet sind, gibt es für die Hamas hingegen nicht.

Jeder Israeli - so die Argumentation - ist, war oder wird eines Tages Soldat; und mit Verweis auf das Leid der Palästinenser versucht die Hamas, gerade auch Kinder zu töten, um den Feind dort zu treffen, wo es ihn am meisten schmerzt. Der Versuch, dies in ihrer Stellungnahme für die UN-Untersuchungskomission unter Richter Goldstone abzustreiten, ist absurd und feige.

Zwischen der Armee Israels und den Kämpfern der Hamas liegt hier der entscheidende moralische Unterschied. Die israelischen Soldaten zogen in den Krieg, um die eigene Zivilbevölkerung zu schützen. Für die Kinder der 400 zu Tode gekommenen palästinensischen Frauen ist das kein Trost - trotzdem darf nicht vergessen werden, dass nicht ihre Mütter es waren, auf die es die Soldaten abgesehen hatten, sondern die bewaffneten Islamisten, die sich hinter ihnen versteckten.

Israel und die Hamas weigerten sich bislang, einer unabhängigen Untersuchung zuzustimmen. Man fragt sich, warum, wo doch angeblich weder die eine noch die andere Seite etwas zu verbergen hat. Nicht die Armee sollte die Soldaten, die ihren Vorgesetzten und Kameraden gegenüber befangen sind, zum Krieg befragen. Und genauso wenig wird sich jemand der Hamas gegenüber offen äußern - denn deren Kritiker werden üblicherweise mit Gefängnis oder einer Kugel ins Knie bestraft.

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Zwischen 1999 und 2019 taz-Nahostkorrespondentin in Israel und Palästina, Jahrgang 1961

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