Verfassungswidrige Parteien: Koalition will Staatsgelder entziehen
| Die schwarz-rote Koalition will noch vor der Bundestagswahl ein Gesetz erarbeiten, mit dem verfassungswidrigen Parteien Staatsgelder entzogen werden können. Ohne die rechtsextreme NPD zu nennen, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) gestern, die Koalition habe vereinbart, das Innen- und das Justizministerium mit der Umsetzung eines Hinweises des Bundesverfassungsgerichts zu beauftragen.
Danach soll es bei verfassungswidrigen Parteien auch unterhalb eines Verbots zu Sanktionen bei der Parteienfinanzierung kommen können. „Wir erwarten jetzt einen Vorschlag dieser beiden Häuser, und wir wollen noch in dieser Legislaturperiode eine gesetzliche Vorschrift schaffen.“ Das Bundesverfassungsgericht hatte zuvor den NPD-Verbotsantrag der Bundesländer abgewiesen.
Parteien bekommen staatliche Unterstützung, wenn sie bei der Bundestags- oder Europawahl mindestens 0,5 oder bei einer Landtagswahl 1,0 Prozent der Stimmen erhalten haben. Für jede ihrer ersten vier Millionen Stimmen ist es ein Euro, für jede weitere 83 Cent. (dpa)
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen