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Klinik künftig ganz anders?

■ Weniger Betten und mehr ambulante Behandlungen im Krankenhaus

im Krankenhaus

Das Krankenhaus der Zukunft - bald nicht mehr schnöde Bettenburg, sondern eine Einrichtung, in der die ambulante Behandlung wichtiger als die stationäre wird? Bedeutende Veränderungen kommen auf die zehn städtischen Häuser des Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK) zu, dies verkündete gestern jedenfalls Gesundheitssenator Ortwin Runde anläßlich der Vorstellung der LKB-Jahresbilanz.

Das neue Gesundheitsstrukturgesetz macht's möglich: Ohne die bislang erforderliche Einweisung vom niedergelassenen Arzt kann sich der Patient ab 1993 für ambulante Operationen gleich mit seinem Krankenschein an die Klinik wenden. Auch das tagelange Warten vor einer OP in einem Krankenhausbett kann zukünftig entfallen: Die vor- und nachstationäre Versorgung kann ebenfalls ambulant im Krankenhaus erfolgen. Runde: „Deshalb werden in den nächsten Jahren Betten abgebaut und der ambulante Sektor verstärkt ausgebaut.“ Eine schwierige Aufgabe, die zum 1.Januar 1993 jedenfalls nicht leistbar ist, wie LBK- Geschäftsführer Hartwig Mellman gestern jedoch einräumte.

Die Konkurrenz zu niedergelassenen Medizinern soll die Kosten im Gesundheitssystem senken, doch auch die Kliniken werden künftig mit einem beschränkten Etat kalkulieren müssen. Krankenhausärzte, so Runde, würden dann stärker in die Budgetverantwortung einbezogen und die Bedeutung des Pflegepersonals aufgewertet.

Im Pflege-Bereich liegt weiterhin der wunde Punkt. Zwar seien 1992 von 5210 Stellen „nur“ 89 unbesetzt geblieben (Runde: „normale Vakanzrate“), doch die sinkende Nachfrage nach Ausbildungsplätzen bereitet weiter Sorge. Bei steigenden Patientenzahlen (1991: 366000) und sinkender Verweildauer (rund 14 Tagen) stehen die Pflegekräfte vor erheblicher Belastung. In den nächsten Jahren wird Hamburg aber etwa 500 weitere Stellen im LBK schaffen. Um die sozialen Bedingungen für die Pflegekräfte zu verbessern, sind 150 Wohnungen (Bergedorf, Ochsenzoll, Harburg) auf Krankenhausflächen und zusätzliche Plätze in Klinikkindergärten geplant. sako

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