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Kleine Atombomben

■ In Rußland wird rotes Quecksilber hergestellt / Markt für Plutonium

Hamburg (dpa/taz) – In Rußland wird nach noch immer eine Substanz hergestellt und vermarktet, die als Schlüssel zur Herstellung kleiner Atomwaffen gilt. Nach Angaben der ARD wird die Substanz „Red Mercury“ (rotes Quecksilber) in einem militärischen Forschungsinstitut im russischen Dubna produziert und weltweit angeboten. Mehrere Interessenten, unter anderem ein amerikanischer Autohändler, sollen sich als Käufer gemeldet haben.

Mit Hilfe von „Red Mercury“ sei es möglich, Plutoniumbomben in kleinster Größe herzustellen. Die Substanz übernehme die Zünderfunktion für den atomaren Sprengsatz und könne den Druck so erhöhen, daß die Menge des notwendigen Plutoniums drastisch verringert werden könne. Betrieben werden die Geschäfte von mehreren Privatpersonen aus dem ehemaligen militärisch-industriellen Komplex. Die Informationen der ARD stützen sich auf die einjährige Recherche des britischen Journalisten Gwynne Roberts.

Reportern des Kölner Fernsehsenders VOX ist nach eigenen Angaben auf dem russischen Schwarzmarkt waffenwäffiges Plutonium angeboten worden. Für die zum Bau einer Atombombe notwendige Menge von sechs Kilogramm sei der Preis von 25 Millionen Mark genannt worden. Neben der russischen Mafia seien „staatliche Stellen bis hin zu hohen Militärkreisen“ daran beteiligt, Material unkontrolliert nach Westeuropa zu bringen.

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