: Klein, aber heftig
■ An den Schulen wird mit gebremster Kraft gestreikt Hermann-Hesse Schule verbarrikadiert
Knapp 100 streikende SchülerInnen der Hermann-Hesse-Schule in Kreuzberg haben sich gestern in ihrer Schule verbarrikadiert, nachdem der stellvertretende Schulleiter Werner die polizeiliche Räumung angedroht hatte. Werner hatte den SchülerInnen zuvor ein Ultimatum gestellt, die Schulräume zu verlassen. Auch die Anwesenheit von Bezirksschulrat Nitsche und Volksbildungsstadtrat Engelmann auf dem Schulgelände konnte die SchülerInnen nicht zum Verlassen der Schule überzeugen. Bis Redaktionsschluß war nicht in Erfahrung zu bringen, ob die Räumung tatsächlich durchgeführt wurde.
An den Berliner Schulen geht der Streik bislang mit gebremster Kraft weiter. Außer der Hermann-Hesse-Schule befindet sich nur noch das Robert-Koch-Gymnasium im Streik.
Die anderen Schulen wollen nach Angaben eines Schülervertreters erst am kommenden Montag den Streik wieder aufnehmen, da sie zuvor noch Vollversammlungen an ihren Schulen organisieren wollen, um weitere Aktionen abzustimmen. Auf der Schülervollversammlung am vergangenen Sonntag in der Rostlaube wurde nach Angaben eines Teilnehmers jedoch die unbefristete Fortsetzung des Streiks beschlossen. Weiterhin wurde der neu formulierte Forderungskatalog vorgestellt.
Die SchülersprecherInnen aller Schulen erhielten zum ersten Schultag nach den Ferien einen Brief von Senatorin Laurien, in dem sie es begrüßt, daß die SchülerInnen ihre demokratischen Rechte wahrnehmen. Sie wies jedoch gleichzeitig darauf hin, daß die streikenden SchülerInnen auf dem falschen Weg seien.
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