: Kito wegen Haven Höövt unter Druck ?
Die Wirtschaftsbehörde versucht offensichtlich, eine potentiell kritische Veranstaltung zur Entwicklung des Haven Höövt-Geländes in Vegesack zu unterbinden. Dabei soll dem Veranstalter Kito sogar mit der Kürzung von öffentlichen Geldern gedroht worden sein. Im Kito wollte man dazu keine Stellung nehmen.
In der Reihe „KITOforumSTADT“ wollten Architekten mit dem Haven-Höövt-Investor Frank Albrecht über das Projekt diskutieren. Albrecht hatte bereits zugesagt, als ein ranghoher Wirtschaftsressort-Vertreter, Klaus-Wilhelm Timm, mit den Worten zitiert wurde: „Ein Investor wie Albrecht soll dort nur vorgeführt werden, und das muß er sich nicht antun.“ Wirtschaftsstaatsrat Frank Haller schlug die Einladung zur Diskussion aus. Der Investor verstand den Hinweis und kündigte ebenfalls an, er werde nicht kommen.
Das Kito sagte die Veranstaltung nach der Absage von Albrecht ganz ab. Offizielle Begründung: Die angestrebte „Versachlichung der zur Zeit heftigen Meinungsverschiedenheiten“ sei ohne eine Teilnahme des Investors nicht möglich. Es ist aber zu hören, daß dem Kito mit der Streichung von öffentlichen Geldern gedroht wurde, falls es die Veranstaltung ausrichtet.
Zwischenzeitlich ist die Architektenkammer als Veranstalterin eingesprungen: Präsident Wilfried Turk findet das offizielle Kito–Argument „wenig einsehbar“. Die Veranstaltung findet wie geplant am 3. November um 20 Uhr im Bürgerhaus Vegesack statt. taz
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen