piwik no script img

Keine neuen Brent Spars

■ EU-Kommission will Versenkung von Bohrinseln im Meer verbieten

Straßburg/Brüssel (dpa) – Ausgemusterte Bohrinseln sollen in der EU nicht mehr im Meer versenkt, sondern generell an Land entsorgt werden. Mit dieser Empfehlung reagierte die EU-Kommission am Mittwoch auf die Diskussion über das Schicksal der ausrangierten Ölplattform Brent Spar, deren geplante Versenkung im Atlantik durch Proteste von Umweltschützern verhindert wurde.

Die Öl- und Gasförderanlagen könnten sicher und kostengünstig an Land gebracht und dort recycelt werden, begründete die Kommission ihren Vorstoß. Damit könnten Arbeitsplätze in benachteiligten Gebieten geschaffen werden. Ausnahmen vom geplanten Verbot soll es nur für große Betonplattformen geben, deren Transport an Land schwierig sei und deren Versenkung nur geringe Umweltauswirkungen habe.

Derzeit sind in den EU-Meeren rund 600 Offshore-Anlagen in Betrieb. Im Verlauf der kommenden 20 bis 30 Jahre werden 450 davon ausgemustert. Laut einer Studie im Auftrag der EU-Kommission entstehen durch die Landentsorgung zusätzliche Kosten von 160 Millionen Mark jährlich.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen