Keine militärische Nutzung: Aus für Bombodrom

Die Bundeswehr will laut einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" ihre "Bombodrom"-Pläne für Nordbrandenburg vollständig aufgeben.

Das Thema "Bombodrom" ist endgültig vom Tisch. Bild: ap

BERLIN taz | Die militärische Nutzung der Bombodrom-Fläche in Nordbrandenburg scheint endgültig vom Tisch. Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen wird Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den Verteidigungsausschuss am Mittwoch über die Auflösung des Bundeswehrstandortes Wittstock und des Truppenübungsplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide. Die Bundeswehr soll in dem Bericht nach in einem Schriftverkehr mit dem Bundesfinanzministerium über die Übertragung der Liegenschaften in Wittstock an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) informiert haben.

"Das wäre jetzt endlich der Schlusspunkt in der Erfolgsgeschichte unseres Widerstandes", sagte Benedikt Schirge von der Bürgerinitiative Freie Heide der Onlineausgabe der taz. Damit könne mit den Planungen begonnen werden, wie das 12 000 Hektar große Übungsgebiet künftig genutzt werde.

Klaus Günter von der Unternehmervereinigung Pro Heide bestätigt auf Anfrage von taz.de die Informationen. "Die Platzkommandantur hat mir erklärt, dass das Gelände von der Bundeswehr freigegeben wird", so Günter. Jetzt werde die Frage der Nachnutzung im Mittelpunkt stehen. "Davor muss die Bundeswehr mit dem Bund klären, wer die Munitionsräumung übernimmt", sagte Günter. Letztlich werde das wohl der Bund übernehmen müssen.

Platzkommandeur Oberstleutnant Thoas Hering war für taz.de am Dienstag nicht zu erreichen. Der Pressestab der Bundeswehr in Bonn verwies auf eine offizielle Stellungnahme des Bundesverteidigungsministeriums, die noch am Dienstag erwartet wird.

Im März 2009 hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg nach einem 15-jährigen Rechtsstreit die Nutzung der Fläche als Bombenabwurfplatz untersagt. Ein großer Erfolg für die lokale Friedensbewegung. Im Juli erklärte der damalige Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CSU) den Verzicht auf den Luft-Boden-Schießplatz. Eine komplette Absage, das Gelände militärisch zu nutzen, gab es damals allerdings nicht. Die Bombodrom-Gegner fürchteten daher, dass das Areal etwa als Übungsgelände für Panzer genutzt werden würde.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben