: Keine Kriegssteuern
■ Betriebe in Hannover zahlen 20 Prozent weniger Steuern, „bis nichtkriegerische Zwecke gewährleistet sind“
Hannover (taz) — Weil sie „den Golfkrieg nicht mehr über Steuern mitfinanzieren“ wollen, haben zwanzig hannoversche Betriebe einen Steuerboykott begonnen. Die kleineren Unternehmen, unter denen sich Computerläden, Handwerksbetriebe, Architekturbüros oder auch Restaurants finden, wollen von jetzt an 20 Prozent ihrer monatlich fälligen Steuern nicht an das Finanzamt, sondern auf ein Sonderkonto überweisen. „Dieser Betrag wird solange einbehalten, bis gewährleistet ist, daß Steuergelder auschließlich für nichtkriegerische Zwecke verwendet werden“, heißt es in einem Schreiben an die Finanzämter, das die Betriebe ihrer nächsten Steuererklärung beilegen wollen. Auch die Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren in NRW hat einen Kriegssteuerboykott beschlossen. Für die Steuerboykotteure „gibt es keinen gerechten Krieg“, sie verlangen einen sofortigen Waffenstillstand am Golf, „Verhandlungen statt Bomben“.
Die Boykotteure sind sich darüber im klaren, daß sie mit ihrer Aktion „das Weltgeschehen kaum beeinflussen werden“. Sie wollen allerdings ihren „Protest gegen den Krieg kundtun und nicht schweigend zusehen, wie im Namen von Freiheit und Gerechtigkeit tausendfaches Elend und unvorstellbare Verwüstungen angerichtet werden“. Die 20 Betriebe, die den Steuerboykott in der vergangenen Woche begonnen haben, hoffen natürlich, daß ihr Beispiel Schule macht. ü.o.
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