: Kameras hüben wie drüben
Betr.: Demonstration am 5. Dezember aus Anlass der Innenministerkonferenz
Dass die Polizei die Medien schon lange als eine Waffe für sich einzusetzen weiß, sprich, dass friedliebende Demonstranten abgefilmt und photographiert werden, um dann als potenzielle Gewalttäter kategorisiert zu werden, oder auch, dass es kaum einen öffentlichen Raum mehr gibt, der nicht von Videokameras überwacht wird, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Aber was wohl passieren mag, wenn man sich als Bürger dagegen wehrt, die Kamera erhebt und einen Polizisten photographiert, das habe ich wirklich nicht geahnt. Natürlich, der Film wird konfisziert, auch wenn man Student ist, an medialen Projekten arbeitet und zudem besagtes Photo nicht einmal gemacht hat, da man auf höchst freundliche Weise (an den Schultern packen, einen implizit als Penner bezeichnen und so weiter) daran gehindert wird, mit der Begründung: Das Photographieren der Polizei sei verboten. Wie bitte? Wenn man ein Bild von einer Demonstration wiedergeben möchte, gehört es doch auch dazu, die Hundertschaften der Polizei mit ihren Schutzhelmen, Schlagstöcken und Panzerhemden, Spürhunden, Räumpanzern und Wasserwerfern zu erwähnen und belichten. Benjamin Arnold
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