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Jugendverbände werden offensiv

■ Landesjugendplan angemahnt / Heftige Kritik an der Untätigkeit des Senats

Zu einem öffentlichen Hearing über Jugendarbeit hatte letzten Donnerstag die Deputation für Jugendhilfe ins Lidice -Haus eingeladen und erntete heftige Kritik von Vertretern Bremer Jugendverbände. „Wir sind keine soziale Feuerwehr, die gerade die schlimmsten Brände löscht und dann zum nächsten Einsatzort saust. Langfristige Konzepte und deren Absicherung muß uns der Senat gewähren, sonst läuft mit uns nichts mehr“, faßte ein Sprecher des Bundes Deutscher Pfadfinder die Kritik zusammen.

Die Verbände fordern seit mehreren Jahren einen Landesjugendplan. Neben finanziellen Garantien für Stellen und Projekte wollen sie mehr Mitbestimmung in der Jugendpolitik und eine direkte politische Einflußnahme über den Wohlfahrtsausschuß, in dem sie zwei Fünftel der Mitglieder stellen.

Diese Kritik ist nicht neu. Sie wurde bereits im Oktober vergangenen Jahres vorgebracht und

sollte in das Konzept des Senates mit einfließen. Dessen erste Vorlage war schon letzten Herbst Anlaß zur Auseinandersetzung gewesen, und eigentlich sollten mit der neuen Konzeption die Interessen der Verbände berücksichtigt sein. Aber: „Außer der Farbe des Deckblattes hat sich da nichts geändert“, empörte sich Anette Klasing vom Stadtjugendring, und Peter Kordes vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend brachte das Problem auf einen kurzen Nenner: „Wie sollen Jugendliche bei uns demokratisches Verhalten lernen, wenn wir als Verbände keinerlei Entscheidungskompetenzen haben? Wir machen uns ja lächerlich.“ Statt sich nun auf eine folgenlose Anhörung einzulassen, knallten die Jugendverbände den Deputierten einen eigenständig erarbeiteten „Alternativentwurf“ auf den Tisch. „Wenn ihr unsere Kritik aus dem letzten Jahr gelesen habt, müßtet ihr eigentlich wissen, worum es uns geht“, so Axel Hill

mann zu den verblüfften Abgeordneten. „Was wir hier und jetzt diskutieren wollen, sind unsere Minimalforderungen, ohne die ein Landesjugendplan mit Hilfe der Verbände nicht zustande kommen wird.“

Zur sofortigen Stellungnahme Stellungnahme aufgefordert, stimmten Grüne, FDP und CDU den Vorschlägen der Verbände im Wesentlichen zu. Die SPD dagegen mochte sich zu keiner Stellungnahme durchringen. „Ich will hier keine Wischi -Waschi Statements abgeben“, ließ sich Deputationssprecher Reinhold Stiering vernehmen und Senator Scherf mußte die sprachlosen Sozialdemokraten über die Zeit retten, indem er zu anderen Tagesordnungspunkten überleitete.

Fazit der Jugendverbände: „Wir haben Interesse an einem Jugendplan, die nicht.“ Der Alternativplan wird nun hinter verschlossenen Türen am 20.7. in der nächsten Deputationssitzung „beraten“.

mad

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