: Jahresrückblick Literatur von: Nina Apin
Nina Apin, Redakteurin für Politisches Buch
Giulia Caminito: „Das große A“ (Wagenbach). Gazellenjagd, Gin in der Wüstenbar und am Samstag Ana Magnani im Kino. Die in „Italienisch-Ostafrika“ angesiedelte Mutter-Tochter-Geschichte ist auch ein großer Kolonialroman.
Anne Applebaum: „Die Achse der Autokraten“ (Siedler). Kubaner kämpfen für Russland in der Ukraine, der Iran finanziert Medien in Afrika: Die US-Historikerin zeigt auf, wie eng die Feinde der Demokratie in aller Welt kooperieren.
Martina Hefter: „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ (Klett-Cotta). Performen, Geld verdienen, den kranken Mann pflegen. Entlastung findet Juno nachts, im Online-Chat mit Heiratsschwindlern. Witzig und berührend zugleich.
Carsten Höller: „Book of Games“ (Taschen). Freundschaft mit einer Fliege schließen, Pobacken-High-Five: Der begnadete Künstlerquatschonkel reicht zu Werken von Kolleg:innen Spielanleitungen für Erwachsene.
„Holzfällen“ im Wiener Burgtheater: Nicholas Ofczarek grantelt und wütet sich im Ohrensessel durch Thomas Bernhards Wortkaskaden. Den Takt setzt die Musicbanda Franui mit modernen Trauermärschen. Ein finsterer Spaß!
Die Engagierten stärken
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen