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Jahresrückblick Literatur von: Katharina Granzin

Katharina Granzin Autorin der taz

Walter Moers: „Qwert“ (Penguin). Ein Ritterroman mit 43 Aventiuren in völlig neuer Dimension: Der schrägste literarische Eskapismus des Jahres überführt die Lesenden in den segensreichen Zustand salopper Katatonie.

Sergej Lebedew (Hg.): „Nein! Stimmen aus Russland gegen den Krieg“ (Rowohlt). Es gibt ein „anderes Russland“, obgleich nun über die Welt verstreut. Aber solange solche Texte geschrieben werden, ist es hoffentlich nicht verloren.

Liz Moore: „Der Gott des Waldes“ (C. H. Beck). In den Wäldern Neuenglands verschwinden Kinder, und auf dem Grund des Bösen lauert der Klassenwiderspruch. Ziegelsteindicker Qualitätsschmöker mit Spannungsgarantie.

Knut Elstermann: „Bach bewegt“ (Bebra). Filmkritiker Elstermann outet sich als Bach-Addict und hat alles zusammengetragen, was es über bewegte und unbewegte Bilder des Komponisten zu wissen gibt.

Nell Zink: „Sister Europe“ (Rowohlt). Eine Art Winternachtstraum, sehr frei nach Shakespeare, im nasskalten Berliner Tiergarten: Was Menschen so daherreden beim ziellosen Paarungsgebaren. Komisch bezaubernd.

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