: Jahresrückblick Literatur von: Julian Weber
Patrizia Holland Moritz: „Drei Sommer lang Paris“ (Aufbau). Deutsche Wiedervereinigung aus Perspektive einer Frau, die Karl-Marx-Stadt verlässt, um verborgene Ecken von Paris zu entdecken. Rites de Passage, mit lakonischem Witz erzählt.
Liz Pelly: „Mood Machine“ (Simon & Schuster). Die Autorin deckt Machenschaften vom Streaming-Konzern Spotify auf und stellt dar, wie Profite für Stars erwirtschaftet werden, während kreative Indie-Vielfalt brutal ausgebeutet wird.
Michael Moorcock: „Mutter London“ (Carcosa). Opus magnum des britischen SciFi-Autors, gut übersetzt. Im Zentrum stehen Hitlers Blitzkrieg und seine Auswirkungen auf die Londoner Bevölkerung. Liebeserklärung an ihre Resilienz.
Marcus S. Kleiner: „Keine Macht für Niemand“ (Reclam). Ein Pop-Professor, der ständig Selfies im Buch postet und seitenweise zitiert, anstatt schlüssige eigene Gedanken über Protestsongs zu fassen. Nur für Angeber!
Peter Doig: „House of Music“ (Serpentine Gallery London). Figurative Gemälde mit karibischem Bezug. Silhouetten von Tanzenden, Wappentiere, üppige Natur. Dazu Musik aus der Sammlung des Künstlers. Synästhetischer Hochgenuss.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen