: Irrflug über Zentralasien
Afghanische Boeing entführt.Weiterflug mit zunächst unbekanntem Ziel
Astana/Moskau (dpa/rtr) – Ein afghanisches Flugzeug mit etwa 170 Menschen an Bord ist entführt worden. Nach einem mehrstündigen Irrflug über Zentralasien landete die Boeing 727 zunächst in Kasachstan. Am Abend hob der Jet erneut ab – mit unbekanntem Ziel. Als mögliche Ankunftsorte waren Moskau, Sankt Petersburg und Kiew genannt worden.
Die Identität der Entführer war zunächst nicht bekannt. Die Nachrichtenagentur AIP aus Pakistan meldete, die Entführer verlangten die Freilassung von Ismail Chan, dem seit 1997 in Kabul inhaftierten ehemaligen Gouverneur der Stadt Herat.
Das auf einem Inlandflug gekaperte Flugzeug hatten die Entführer zunächst in die usbekische Hauptstadt Taschkent dirigiert. Bei einem Zwischenstopp zwangen die Luftpiraten die Behörden zum Auftanken der Boeing 727. Andernfalls wollten sie die Maschine in die Luft sprengen.
Die Maschine wurde am Nachmittag in Aktjubinsk im Westen von Kasachstan von Sondertruppen umstellt, berichtete Interfax ferner. In Taschkent seien zuvor zehn Passagiere, unter ihnen vier Frauen und zwei Kinder, von Bord gelassen worden.
Nach ihrer Landung in Aktjubinsk stand die Boeing 727 der Afghan Ariana am Ende der Start-und-Lande-Bahn. Um die Maschine herum hatten sich Angehörige der kasachischen „Speznaz-Einheiten“ (Sondertruppen) mit ihren Fahrzeugen aufgestellt.
Das Flugzeug war am Vormittag in der afghanischen Hauptstadt Kabul gestartet und statt in Masare Scharif im Norden des Landes, mehrere hundert Kilometer weiter, in Taschkent gelandet. Dort hatte es zunächst geheißen, der Pilot habe sich „verflogen“ und sei nur zum Nachtanken gelandet.
Offizielle Stellungnahmen zu der Entführung waren weder in Taschkent noch in Astana erhältlich. Auch in Moskau, einem möglichen weiteren Zielort, wurde jede Erklärung abgelehnt.
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