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Indien testet atomwaffenfähige Rakete

Delhi bezeichnet Abschuss von „Agni-II“ als Erfolg trotz Aufrufe zu einer Deeskalation im Konflikt mit Pakistan

DELHI afp ■ Ungeachtet internationaler Aufrufe zu einer Deeskalation im Konflikt zwischen Indien und Pakistan hat Delhi gestern eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete getestet. „Es war ein erfolgreicher Test“, teilte das Verteidigungsministerium in Delhi mit. Die Rakete vom Typ „Agni II“ hat eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometern und kann mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden. UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte Indien und Pakistan erst am Donnerstag zu einem Abbau der Spannungen ermutigt.

Die Rakete wurde gegen 8.50 Uhr Ortszeit vom Testgelände Chandipur im ostindischen Bundesstaat Orissa abgeschossen. Medienberichten zufolge waren der indische Verteidigungsminister George Fernandes und weitere führende Regierungsmitglieder beim Start anwesend. Die Rakete wurde einen Tag vor dem indischen Nationalfeiertag anlässlich der Gründung der Republik vor 52 Jahren getestet. Zuletzt war die „Agni II“ (auf deutsch: Feuer II) am 17. Januar 2001 getestet worden. Pakistan hatte den Test damals als „direkte Bedrohung“ für die nationale Sicherheit verurteilt. Mit ihrer Reichweite kann die Rakete Ziele im Inneren Pakistans und Chinas treffen.

Annan hatte bei einem Besuch in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad betont, seine Dienste stünden zur Verfügung. Für den Konflikt zwischen den beiden Atommächten gebe es nur eine diplomatische Lösung. Deshalb bedürfe es einer andauernd harten Haltung gegen Extremisten, sagte Annan. Indien lehnt im Gegensatz zu Pakistan eine Vermittlung durch die UNO ab.

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