■ Editorial: Index is back
Das erste Heft des neuen Index on Censorship ist in London und New York mit großer Medienaufmerksamkeit begrüßt worden.
Grund dafür ist sicher nicht nur die neue, publikumsfreundlichere Aufmachung, sondern auch die programmatisch an den Anfang gestellte Diskussion der zwei möglichen Haltungen, die eine liberale Öffentlichkeit in Europa und den USA zur Zensur in eigener Sache derzeit einnimmt. Der britische Rechtsphilosoph Ronald Dworkin, Mitglied des Redaktionsbeirates von Index und Juraprofessor in Oxford, stellt beide Haltungen vor – die der Akzeptanz von „ein bißchen Zensur“ und die eines Absolutheitsanspruchs der freien Rede als Menschenrecht. Nur wer bereit ist, so sein Fazit, auch für die Rechte von Pornographen und Fanatikern einzutreten, kann sich zu den wahren FreundInnen des Rechts auf freie Rede zählen. Seine Begründung sollte in Deutschland besonders aufmerksam gelesen werden, zu einer Zeit, da sich im neuen Gesetz Ursula Owen, Chefredakteurin von IndexFoto: Archiv Index
zur Auschwitz-Lüge die Akzeptanz von „ein bißchen Zensur“ demnächst Rechtsgeltung verschaffen wird.
Neben solchen breit und durchaus provokativ angelegten Diskussionen, die das Feld auch des liberalen und linken Impulses zur Zensur immer wieder neu abstecken sollen, steht eine neue Abteilung, das Länderdossier, in dem Texte, Zahlen und Daten über den Stand der Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit in einem Land zusammengetragen sind. Dieses Dossier ist heute dem in seiner säkularen Staatsverfassung zutiefst gefährdeten Ägypten gewidmet.
Hier die neue Adresse von Index on Censorship: Lancaster House, 33 Islington High Street, London N1 9LH (Fax: 0044- 71-278 18 78). Uta Ruge, London
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