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In Georgien sind seit Donnerstag über 200 Güterzüge blockiert

Moskau (ap) - In der georgischen Sowjetrepublik lagen nach Mitteilung des stellvertretenden sowjetischen Eisenbahnministers Davidow am Montag bereits mehr als 200 Güterzüge und ein Dutzend Personenzüge infolge einer Blockadeaktion von rund 700 Personen fest. Die Organisatoren wollen erreichen, daß der Oberste Sowjet in Tiflis sofort zusammentritt und ein Gesetz über die Registrierung von Parteien für die Oktober-Wahlen beschließt.

Der georgische Oberste Sowjet hatte die ursprünglich für 17.Juni geplanten Parlamentswahlen auf den Herbst verschoben mit der erklärten Absicht, bis dahin das Mehrparteiensystem einzuführen und den politischen Gegnern der Kommunisten Gelegenheit zu geben, sich zu organisieren. Der Oberste Sowjet will aber erst am 17.August zusammentreten.

Davidow warf im sowjetischen Fernsehen die Frage auf, warum die georgischen Behörden „dem Treiben untätig zuschauen“. Am Sonntag hatte der erste Sekretär der KP Georgiens, Gumbaridse, in der Moskauer 'Prawda‘ erklärt, die Konfrontation habe einen Punkt erreicht, an dem die Anwendung von Gewalt nicht mehr auszuschließen sei. Infolge der seit Donnerstag anhaltenden Blockade konnten nach Auskunft Davidows 500.000 Tonnen Fracht nicht befördert werden, darunter Weizen, Fleisch und Benzin. Von insgesamt 30.000 Fahrgästen harren noch 2.000 in den Zügen aus.