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Im Osten ist ein neuer Bankenstreik möglich

Düsseldorf/Hamburg (ap) — Kaum ist die Tinte unter dem Tarifkompromiß für das westdeutsche Bankengewerbe getrocknet, da bahnt sich schon der nächste Tarifstreit in der Geldwirtschaft an. Die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) warf am Dienstag dem Arbeitgeberverband vor, den 25.000 ostdeutschen Bankangestellten entgegen den Absprachen die für Mai vereinbarte Sonderzahlung in Höhe von 350 Mark vorenthalten zu wollen, und drohte mit neuen Streiks in Ostdeutschland. Die Arbeitgeber und die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) widersprachen jedoch dieser Darstellung. Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten sich am Samstag in Glashütten bei Frankfurt darauf geeinigt, die Gehälter der 430.000 westdeutschen Bankangestellten rückwirkend zum 1.Februar um 5,4 Prozent zu erhöhen. Außerdem vereinbarten sie eine einmalige Sonderzahlung in Höhe von 350 Mark für den Mai 1992.

Der Tarifabschluß im Bankengewerbe in Höhe von 5,4 Prozent ist nach Auffassung von Bundeskanzler Helmut Kohl „inakzeptabel“. Bei einer internen Sitzung des CDU/CSU- Fraktionsvorstandes am Dienstag in Bonn machte Kohl nach Angaben von Teilnehmern damit klar, daß er einem Tarifergebnis in dieser Höhe im öffentlichen Dienst nicht zustimmen wolle. Das Schlichtungsverfahren für die Beschäftigten bei Bund, Ländern und Gemeinden wird an diesem Mittwoch mit einem Einigungsvorschlag des Schlichters zu Ende gehen.

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