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"Idioten"arbeit für Behinderte

■ betr.: "Ach, Möllemann", Kommentar von Klaus Hillenbrand, taz vom 4.1.93

betr.: „Ach, Möllemann“, Kommentar von Klaus Hillenbrand,

taz vom 4.1.93

Der Kommentar von Klaus Hillenbrand zu Möllemanns Rücktritt spricht mir an manchen Stellen aus dem Herzen und gehört mit zum Intelligentesten, was ich zu diesem Thema bisher gelesen habe. Eigentlich habe ich auch gar keine Lust, darüber noch viel mehr zu lesen, mir langt's.

Ich finde es aber – und das schließt kein Medium aus – sehr bedenklich, wenn sich niemand darüber aufregt, daß Behinderte mal wieder die, im wahrsten Sinne des Wortes, „Idioten“ sein sollen, die irgendwelches Plastikspielzeug in drei Handgriffen zusammenbauen sollen. Wer immer noch sofort an die Werkstätten für Behinderte denkt, wenn solche kreativen Arbeiten wie Kulis zusammensetzen oder Plastikchips basteln zu vergeben sind, der gehört eigentlich wegen sozialer Ahnungslosigkeit sowieso gleich zu solcher Arbeit verdonnert.

Es ist unglaublich, wie viele Menschen diese stumpfsinnige Arbeit nach wie vor für ein Taschengeld verrichten müssen, und als ehemals in einer integrativen Einrichtung Beschäftigter weiß ich mehr als genug von den Ausbeutungsverhältnissen, in denen Behinderte zum Wohle einiger Absahner mißbraucht werden. [...] Sasch Langenbach, Hamburg

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