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IG Medien will Auffanggesellschaft

Stuttgart (ap) — Die Industriegewerkschaft Medien hat den Rundfunkbeauftragten Rudolf Mühlfenzl zu Tarifverhandlungen über einen Qualifizierungs- und Beschäftigungstarifvertrag für die Mitarbeiter bei Hörfunk und Fernsehen in der Ex- DDR aufgefordert. Als Übergangslösung bis zur Übernahme des Rundfunks durch die Länder schlug die IG Medien eine Qualifizierungsgesellschaft vor, an der sich auch ARD und ZDF beteiligen sollten.

Die Gewerkschaft will, wie ein Sprecher erklärte, die Tarifverhandlungen für die gegenwärtig noch rund 7.000 Arbeitnehmer der sogenannten Rundfunkeinrichtung unverzüglich aufnehmen. Als Verhandlungstermine schlug er den 21. und 26. Juni vor, damit der Tarifvertrag bereits am 1. Juli in Kraft treten könne.

Die IG Medien appellierte an Mühlfenzl und die Ministerpräsidenten der Bundesländer, für einen reibungslosen Übergang vom heutigen Programm des Deutschen Fernsehfunks (DFF) und der Landesstudios in die neuen öffentlich-rechtlichen Anstalten zu sorgen. Um dies zu erreichen, müsse eine Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft für die Mitarbeiter des Hörfunks und Fernsehens gegründet werden. Laut Einigungsvertrag soll der bisher zentral organisierte Rundfunk bis 31. Dezember dieses Jahres in Ländereinrichtungen überführt werden.

Die Gewerkschaft forderte, es dürften keine Entlassungen vorgenommen werden, die es nicht mehr erlaubten, weiterhin ein qualifiziertes Programm für die Grundversorgung der Bevölkerung in den neuen Ländern zu produzieren. Den Angaben zufolge waren im Februar noch 9.400 Mitarbeiter beim ostdeutschen Rundfunk beschäftigt. Diese Zahl soll nach dem Konzept Mühlfenzls zum 30. Juni auf 7.000, zum 30. September auf 3.500 und zum 31. Dezember dieses Jahres auf Null reduziert werden.

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