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Hütte hat Chance

■ Wissenschaftler: Krise hausgemacht

Die Bremer Klöckner-Hütte hat langfristig auf dem europäischen Markt nur dann Chancen, wenn die drei Teile Hochöfen, Stahlproduktion und Walzstraßen in einem integrierten Werk erhalten bleiben. Das erklärten gestern die drei Wirtschaftswissenschaftler Heiner Heseler, Rudolf Hickel und Jörg Huffschmid von der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik. Von einer Strukturkrise im Stahl könne noch keine Rede sein, es gelte, die „konjunkturelle Krise“ zu überwinden. „Es besteht derzeit kein Grund zum Abbau von Produktionskapazitäten“, sagte Rudolf Hickel.

Die Klöckner-Krise sei hausgemacht, erklärte der ökonom Jörg Huffschmid. Der Konzern habe sich mit einer „aggressiven Kreditaufnahme-Politik“ in die Verschuldung gestürzt und die wirtschaftlich guten Jahre 1989/90 nicht zum Abbau von Schulden genutzt, sondern zum Ankauf weiterer Unternehmen, die jetzt ebenfalls von der konjunkturellen Krise betroffen seien. „Mit dem Vergleichsantrag will sich der Konzern entschulden und damit für potentielle Käufer attraktiv machen.“ Ziel des Konzerns sei „die Verabschiedung vom Stahl“.

Arbeitsmarkt-Spezialist Heiner Heseler warnte vor einer Wende in der Arbeitsmarktpolitik. Zwischen 1984 und 1991 seien in Bremen 37.000 Arbeitsplätze entstanden, ein Ende der Hütte würde die gesamte Region in eine tiefe Krise stürzen.“ Im Schnitt brauche man drei neue Arbeitsplätze, um einen Arbeitslosen aus der Statistik herauszubekommen. 1.500 Auftragsfirmen hängen an Klöckner, dazu würden die notwendigen arbeitsmarktpolitischen Mittel abgebaut. Heseler forderte den Senat auf, das wirtschaftspolitische Aktionsprogramm WAP auf die Bedürfnisse der Hütte umzuschreiben. mad

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