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Hoffnung für Recyclinghöfe

■ Handelskammer zieht Einwände zurück / Umstrukturierung steht noch aus

Tausende von Unterschriften haben sie gesammelt, aus Protest ein paar Tage die Annahmestellen in Hemelingen und Oberneuland geschlossen, doch jetzt gibt es für die Mitarbeiter der Bremer Recyclinghöfe einen kleinen Hoffnungschimmer. Nachdem die Handelskammer die „Unbedenklichkeits-bescheinigung“ ausgestellt und das Arbeitsamt entschieden hat, können die Recyclinghöfe auf neue ABM-Mitarbeiter hoffen.

Die Handelskammer muß als Hüterin der Marktwirtschaft ihren Stempel auf ABM-Anträge machen. „Wenn es wettbewerbsrechtlich bedenklich ist, stimmen wir nicht zu“, meinte Handelskammer Geschäftsführer Dieter Porschen. Bedenklich findet Porschen Recycling-Initiativen, die die gleichen Dienstleistungenanbieten wie Gewerebebetriebe, allerdings zum Nulltarif. In einem Gespräch mit Umweltsstaatsrat Lahl konnten die meisten Einwände ausgeräumt werden. Die angehaltenen Stellen wurden freigegeben. Mit einer Besetzung von zunächst 20 Stellen ist in den nächsten Tagen zu rechnen. Bis zu 80 weitere werden folgen.

Doch an einer drastischen Umstrukturierung werden die Recycling-Höfe nicht vorbei kommen. „Es wird deutlich weniger als 350 Beschäfigte geben“, prophezeit Uwe Lahl. Und es wird eine Aufteilung der Recyclinghöfe in einem „professionellen“ und einen „beschäftigungspolitischen“ Teil geben. „Wir fühlen uns zwar als Ansprechpartner der Recyclinghöfe, aber wir können nicht aus dem Gebührenaufkommen arbeitsmarktpolitische Maßnahmen finanzieren“, meint Lahl.

Über einem entsprechenden Konzept mit dem Namen „Rettung und Reorganisation der Recyclinhöfe“ wird derzeit noch gebrütet, doch am Beispiel des vom Arbeitslosenzentrum Nord betriebenen Recyclinghofs in Vegesack wird es etwa so aussehen: Derzeit gibt es noch 120 Beschäftigte, fast alle über ABM oder BSHG19-Stellen finanziert. Nach Schätzung von Projektleiter Anton Müller wird die Zahl auf 65-70 zurückgehen. Der „professionelle“ Teil, der von den Bremischen Entsorgungs Betrieben finanziert wird, wird etwa 4-5 Personen umfassen. „Der ganz große Schritt nach vorne kommt so bestimmt nicht“, meint Müller. Und bei den stadtbremischen Recyclinghöfen, die organsatorisch zu dem Verein Jugendwerkstätten gehören und wo derzeit noch rund 180 drittmittelfinanzierte Beschäftigte tätig sind, werden in etwa 10 BEB-finanzierte Stellen erwartet.

Trotz des Hoffnungsschimmers: Die Unruhe an den Recyclinghöfen ist in dieser Phase nach wie vor groß. Eckard Gerard vom Recyclighof Findorff sieht sich in einem undurchsichtigen „Behördendschungel“ ohne klare Ansprechpartner und fürchtet nach wie vor das langsame Sterben der Höfe. Mitarbeiter der Recyclinghöfe wollen dem Umweltsenator die mehr als tausend gesammelten Unterschriften für den Erhalt des Recyclingangebotes vorbeibringen. hbk

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