■ Heute vor fünf Jahren: Rakowski in Moskau
Kurz nachdem die Ungarische Arbeiterpartei ihre Selbstauflösung beschlossen hat, rumort es auch in der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei. In ihrer Politik sollen künftig auch sozialdemokratische Elemente denkbar sein. So vorsichtig formulierte es Mieczyslaw Rakowski, Vorsitzender der PVAP, bei einem Gespräch mit der sowjetischen Führung in Moskau. Das Schlußvotum der Parteireformer an einem „Beinahe-Parteitag“ war dann schon viel deutlicher: Der nächste Parteitag der PVAP soll der letzte sein.
Die Akademie der Künste der DDR fordert in einer ungewöhnlich kritischen Erklärung „ein neues Verständnis für den Gebrauch der Medien“ und ruft zu einem „umfassenden öffentlichen Gespräch“ auf. Daß es jetzt nicht nur um Worte gehe, sondern endlich etwas passieren müsse, betont der Ostberliner Schriftsteller Christof Hein. Einen Durchbruch der oppositionellen Forderungen sähe nämlich bislang niemand. Wolfgang Ullmann von „Demokratie Jetzt!“ fürchtet, daß diese Forderungen vertagt werden. Leipzigs Oberbürgermeister Seidel kündigt an, alle DemonstrantInnen, die seit dem 11. September festgenommen worden waren, würden freigelassen.
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