: Hausfrau bleibt Millionärin
■ Berlinerin gewann Prozeß gegen Bundesdruckerei um teure Briefmarken
Eine Berlinerin hat einen Prozeß gegen die Bundesdruckerei gewonnen und darf Briefmarken im Millionenwert behalten. Das Verwaltungsgericht wies gestern den Eigentumsanspruch der Bundesdruckerei an zwei wertvollen Druckbögen mit dem Motiv „Burg Rheinstein“ aus den dreißiger Jahren zurück, da ihre Besitzansprüche verjährt seien. Die Hauswartsfrau aus dem Märkischen Viertel war nach eigenen Angaben sprachlos über den Wert, als sie die Marken auf den Rat eines Nachbarn schätzen ließ. Sie hatte die Bögen als siebzehnjähriges Mädchen von der Großmutter bekommen. Als die Marken mit einem Katalogwert von vier Millionen Mark 1991 vom Auktionshaus Christie's in Zürich versteigert werden sollten, schaltete sich die Bundesdruckerei ein. Ihren Rechtsanspruch begründete sie damit, daß die Marken 1936 zweckgebunden zu einer Ausstellung gedruckt worden seien und in den Wirren des Zweiten Weltkrieges abhanden gekommen waren.
Für die Richter ist der Besitzanspruch aber erloschen, weil die Hauswartsfrau und zuvor die heute 83jährige Großmutter die Marken gutgläubig erwarben und jeweils über zehn Jahre lang besaßen. Der inzwischen verstorbene Großvater soll die Marken 1949 unter ungeklärten Umständen bekommen haben. dpa
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