: Haftbefehl aufgehoben
■ Weitere Freilassung im Fall Kaindl
Im Prozeß um die Tötung des Berliner Rechtsradikalen Gerhard Kaindl ist eine weitere Angeklagte wegen zu geringen Tatverdachts auf freien Fuß gesetzt worden. Wie die Justizverwaltung gestern mitteilte, wurde die 22jährige Kurdin Fatma B. am Donnerstag freigelassen. Bereits zu Wochenbeginn war ein ebenfalls angeklagter 31jähriger Kurde aus der Haft entlassen worden. Rechtsanwalt Christoph Kliesing sagte, die Freilassungen machten deutlich, daß die Anklage gegen die sieben Angehörigen der antifaschistischen Szene Berlins in sich zusammenfalle. Fatma B. war im Prozeß von einem Mitangeklagten entlastet worden. Die Vorsitzende Richterin Gabriele Eschenhagen hatte kürzlich in der Verhandlung erklärt, daß im Falle einer Verurteilung allenfalls ein Körperverletzungsdelikt in Betracht komme. Wegen des Überfalls auf das Neonazi-Treffen in einem China-Restaurant, bei dem Kaindl ums Leben kam, hatte die Staatsanwaltschaft die sieben Angeklagten zunächst des Mordes beschuldigt. Dies verwarf das Gericht jedoch, nachdem ein Psychiater dem Mitangeklagten und Belastungszeugen Erkan S. starke psychische Störungen bescheinigt hatte. AFP
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen