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Grünen-Krach um Oktober-Kongreß

Bonn (dpa) - Die vom Grünen-Vorstand beschlossene Verschiebung des für Oktober geplanten Perspektivkongresses hat einen scharfen Konflikt ausgelöst. Auf einer Sondersitzung bestätigte der Vorstand am Mittwoch mit sechs zu vier Stimmen bei einer Enthaltung seinen Beschluß, den Kongreß wegen mangelhafter Vorbereitung auf Januar zu verschieben. Vorstandssprecher Ralf Fücks nannte diese Entscheidung politisch verheerend und putschistisch gegenüber anderen Parteigremien. „Realo“ Norbert Mann sagte, er erwäge seinen Rücktritt aus dem Vorstand. Mehrere Landesvorstände der Grünen protestierten gegen den Beschluß. Am kommenden Sonntag wollen die verschiedenen Führungsgremien der Grünen gemeinsam das weitere Vorgehen beraten.

Vorstandssprecherin Verena Krieger vom linken Parteiflügel begründete die Verschiebung damit, der Kongreß sei schlecht vorbereitet und konzentriere sich nicht auf die vorgegebene Fragestellung „Was wollen die Grünen - Was bringt Rot-Grün“. Fücks sagte dagegen, der Kongreß sei notwendig, um die Position der Grünen in die gegenwärtige Auseinandersetzung um die künftige Gestaltung der Bundesrepublik einzubringen.

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