Greenpeace-Umfrage zu Kleidung

Fast die Hälfte wird weggeworfen

5,2 Milliarden Kleidungsstücke lagern in deutschen Schränken. Doch vierzig Prozent der Kleider werden kaum getragen.

Ein Kleidersammelcontainer

Zu viel: Die meiste Kleidung landet bald im Müll oder in der Sammelbox. Foto: dpa

HAMBURG afp | Viele Verbraucher betrachten Kleidung laut Greenpeace als Wegwerfware. Knapp zwei Drittel der Deutschen sortieren ihre Kleidung aus, wenn sie ihnen nicht mehr gefällt, wie aus einer am Montag in Hamburg veröffentlichten Umfrage im Auftrag der Umweltorganisation hervorgeht. Die meiste Kleidung landet demnach im Müll oder in der Kleidersammlung.

Insgesamt haben Verbraucher in Deutschland rund 5,2 Milliarden Kleidungsstücke in ihren Schränken. Gut zwei Milliarden oder rund vierzig Prozent davon tragen sie selten oder nie. Frauen besitzen demnach – ohne Unterwäsche und Strümpfe – durchschnittlich 118 Kleidungsstücke und damit deutlich mehr als Männer mit 73 Teilen.

Reparieren von Kleidung und Schuhen spielt der Umfrage zufolge eine kleine Rolle: Etwa die Hälfte der Verbraucher hat noch nie Kleidung zum Schneider gebracht; über die Hälfte der 18-29-Jährigen war noch nie beim Schuster. Jeder achte Deutsche trägt seine Schuhe weniger als ein Jahr. „Mode ist zum Wegwerfartikel verkommen und genauso kurzlebig wie Plastiktüten oder Einweg-Geschirr“, kritisierte Kirsten Brodde, Textilexpertin von Greenpeace.

Alternativen zum Wegwerfen wie tauschen, leihen oder verkaufen werden der Umfrage zufolge von der großen Mehrheit kaum praktiziert: 83 Prozent der Befragten haben noch nie Kleidung getauscht, zwei Drittel noch nie welche verliehen und über die Hälfte noch niemals Kleidung weiter verkauft. Am ehesten geben die Verbraucher demnach Kleidung an Bekannte weiter.

Greenpeace ließ für die Erhebung im September 1011 Menschen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragen.

Einmal zahlen
.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben