: Geschoss in Terminal 4
Der Flughafen in Riad bleibt nach erneuten Attacken der jemenitischen Huthi-Miliz geschlossen
Nach einer Serie tödlicher Angriffe der Huthi-Miliz bleibt der internationale Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad weiter geschlossen. Der Betrieb könne aus Sicherheitsgründen vorerst nicht wie geplant wieder aufgenommen werden, teilte die Luftfahrbehörde am Montag mit. Einen Tag nach dem folgenschwersten Angriff in Saudi-Arabien seit mehr als einem Jahrzehnt war beim neuerlichen Beschuss des Flughafens am Sonntag ein Mensch getötet worden. Bei Kämpfen zwischen der Huthi-Miliz und den Regierungstruppen im Jemen wurden derweil Dutzende Menschen getötet.
Am Samstag waren durch einen massiven Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad 13 Menschen getötet worden. Der Flughafen stellte seinen Betrieb ein. Insgesamt gab es bei den Angriffen auf den Flughafen in der vergangenen Woche 18 Tote und Hunderte Verletzte.
Der Flughafen sollte ursprünglich am Dienstag wieder öffnen. Saudi-Arabiens Zivilluftfahrtbehörde gab allerdings am Montag bekannt, dass die Schließung verlängert werde. Einen Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des Betriebs nannte die Behörde nicht.
Die von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition gegen die proiranische Huthi-Miliz erklärte, ein Geschoss sei im Terminal 4 des Flughafens eingeschlagen und habe einen Brand ausgelöst. Die Luftabwehr habe zudem „einen Marschflugkörper in der Nähe des Flughafens abgefangen und zerstört“, erklärte Koalitionssprecher Turki al-Maliki.
Huthi-Militärsprecher Jahja Saree hatte am Sonntag erklärt, die Miliz habe in den vergangenen 24 Stunden vier „Operationen mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen ausgeführt“. Ziele waren demnach der Flughafen von Riad, der Flughafen von Dammam im Osten Saudi-Arabiens sowie zwei Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Aramco.
Der saudi-arabische Energieminister Abdulasis bin Salman warnte, die Energiesicherheit des Landes könne aufgrund des Krieges „nicht als selbstverständlich betrachtet“ werden. Er kündigte bei einer Energiekonferenz in Riad eine Reaktion auf die Angriffe an: „Die Ereignisse der vergangenen Wochen sind ernst, unsere Antwort muss ebenso ernst sein.“
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi telefonierte unterdessen mit seinem saudi-arabischen Kollegen Faisal bin Farhan al-Saud. Araghtschi habe dabei betont, es „verkompliziert die derzeitige Lage“, auf einer „militärischen Lösung zu beharren und einen politischen Lösungsansatz zu ignorieren“, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Irna. Der Iran sei bereit, „einen Dialog zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen einzuleiten und das Erzielen einer politischen Lösung zu erleichtern“. Das iranische Außenministerium erklärte, es sei „sehr beunruhigt“ über die Eskalation zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz. Ähnlich äußerte sich Chinas Außenministerium. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin sagte der Regierung in Riad die „volle Solidarität“ der Bundesregierung zu.
Die von Saudi-Arabien seit 2015 angeführte Militärkoalition unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis. Die vom Iran unterstützte Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt übernahm sie die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. UN-Experten schätzten ihre Stärke Ende 2024 auf etwa 350.000 Kämpfer. Im Zuge des Gazakriegs gewann die Miliz an Waffen und Einfluss. (afp, dpa)
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen