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Genossenschaft auf dem taz lab Fake Pelz, Brain Rot, Rap

Warum sollte alles bleiben, wie es ist? Beim taz lab wird die Genossenschaft das auf einer ganzen Etage mit jungen Menschen infrage stellen. Und das wird etwas für Menschen aller Altersgruppen.

Die Mischung macht's: Das taz lab 2026 gibt jungen Menschen mehr Bühne Foto: Stefanie Loos

Aus der taz | POV: Es ist 2026, und Pudding mit Gabel zu essen ist out. Dafür nach dem zweiten Date geghostet zu werden: leider reallife. Einige der hier Lesenden werden jetzt zustimmend nicken und andere verdutzt woanders Halt suchen.

Die Ersteren gehören sehr wahrscheinlich zum jüngeren Publikum, während der Text vermutlich bei vielen im fortgeschrittenen Alter zunächst auf ein Verständnisproblem stößt.

Und das könnte auch bei einigen Inhalten auf dem diesjährigen taz lab passieren. Mit einer ganzen Etage für unter 25-Jährige erobern dieses Jahr die jungen Generationen zumindest einen wichtigen Teil des Kongresses.

Von und für die Jüngeren schustern wir ein Programm zusammen, das es in sich hat. Da kann es dann um besagte Trends, etwa um den Verzehr von Pudding mit Gabel oder um das Dating-Leben meiner Generation gehen.

Fake Pelz, Brain Rot, Rap

Und ja natürlich auch um Fragen wie: Was macht dein OOTD (outfit of the day)? TikTok kann mehr als Brain Rot, vielleicht sogar klugen Journalismus?

Wir reden mit Künst­le­r*in­nen der Rapszene, Popstars und jungen Bewegungen aus der Politik. Es geht um Klimaaktivismus, die Bundeswehr, warum wir anstatt Tierpelz die fake Variante wählen, oder ob der Pilates- oder Spinningkurs besser ist.

Entstanden ist die Idee zusammen mit der taz Genossenschaft. Im vorigen Herbst formulierte die Geno den Anspruch, eine generationenübergreifende Community zu werden: mit dem Generationenprojekt.

Die taz bei jungen Menschen mehr verankern

Ziel ist, Menschen, die unter 25 Jahre alt sind, als unsere Mit­ei­gen­tü­me­r*in­nen zu gewinnen. Und das hatte großen Erfolg. Denn bis jetzt haben bereits mehrere Hundert frische Ge­nos­s*in­nen eine Mitgliedschaft gewollt.

Finanziert werden die Anteile für junge Menschen über einen Generationsfonds, in den andere An­teils­in­ha­be­r*in­nen einzahlen können. So können sich junge Menschen einen Anteil unabhängig vom Einkommen leisten. So wird nicht nur die Genossenschaft verjüngt.

Es ist auch ein erster Schritt, um junge Generationen anzusprechen und mehr Jüngere für die taz und ihre Inhalte zu gewinnen. Sie einzubinden bedeutet auch, sie ernst zu nehmen, ihre Interessen zu vertreten, aber auch nicht nur beim Joke stehenzubleiben, sondern Debatten dort zu führen, wo sie viel stattfinden: auf Social Media.

Gegen ein „das war schon immer so“

Als Krönung wird also das taz lab dieses Jahr mit jungen Menschen geflutet, die alles einmal gehörig durcheinanderwirbeln – im besten Sinne.

Neben dem Klassiker der Podiumsdiskussion führen wir einbindende Gespräche und lassen Pod­cas­te­r*in­nen plaudern. Auch Lesekreise oder Buchrezensionen sind angedacht – live und analog an Ort und Stelle. Was nicht fehlen darf: ein Raum zum Austauschen und sich Connecten.

Auf der Geno-Etage, wie wir sie nennen, sind auch die im gereifteren Alter willkommen. Sie sind sogar gebeten, mitzuhören, vielleicht sogar zu staunen. Denn die jungen Speake­r*in­nen zeigen frische Perspektiven, auch für die mit langer Diskurserfahrung.

Aus jungen Perspektiven heraus – mit einer häufigen Allergie gegen das Mantra „Das war schon immer so“ – kommen hier Stimmen zu Wort, die sonst oft überhört werden. Sie werden vor allem eins sein: ungefiltert, ohne PR-Glätte und dafür auch mal unbequem. Damit zeichnet sie insbesondere eines aus: Ehrlichkeit. Wenn auch manchmal rabiat.

🐾 Updates zum taz lab erhalten Sie auf einer regelmäßigen Spezialseite in der wochentaz oder unter tazlab.de