Generationswechsel in der taz Geno

Glückwunsch, liebe Genoss:innen!

Die Projektleiterin der taz Genossenschaft, Konny Gellenbeck, geht nach 24 Jahren neue Wege. Für die taz ist es eine Zeitenwende und doch auch nicht.

Die neuen Geno-Chefinnen sind erfahrene Mitstreiterinnen im Projekt: Stefanie Baumeister und Rebecca Finke Bild: Anja Weber

Von ANJA MAIER

Mal wieder stehen in der taz die Zeichen auf Veränderung. Gerade erst wurde taz-Gründer und Langzeit­geschäftsführer Kalle Ruch feierlich in den Ruhestand verabschiedet, da meldet sich Konny ­Gellenbeck zu Wort. Die Chefin des Genossenschaftsteams wird in diesem Jahr 65 Jahre alt – aber sie hat noch nicht vor, in Rente zu gehen, sondern will sich neuen Aufgaben zuwenden.

In einem persönlichen Brief an unsere taz-GenossInnen schreibt Konny Gellenbeck: „Freuen Sie sich mit uns!“ Und Grund zur Freude gibt es tatsächlich. Denn Konny Gellenbeck hat nach 24 Jahren an der Spitze des Genoteams den Anspruch, den Übergang zu gestalten.

Mit Stefanie Baumeister und Rebecca Finke werden zwei junge Kolleginnen ihre Nachfolge antreten – in der taz sind Doppelspitzen ja längst gelebte Normalität. Gemeinsam wollen die drei Frauen in den kommenden Monaten den Übergang an der Spitze organisieren. Da beginnt also etwas Neues.

Zupackenden Netzwerkerin

Und Konny? Die Westfälin arbeitet seit 1986 bei der taz. Sie leitet seit 1996 die Genossenschaft und hat 2008 die taz Panter Stiftung aufgebaut. Wer mit der taz in irgendeiner Weise zu tun hat, kommt an der zupackenden Netzwerkerin und überzeugten Genossenschafterin nicht vorbei. Sie sagt, was sie denkt, und tut, was sie sagt. Ihre Schritte und ihr Lachen erfüllen die taz-Räume seit so vielen Jahren, dass es schier undenkbar ist, dass sie tatsächlich die Tür von außen zumachen könnte. Und das macht sie ja auch nicht.

Die taz kann nicht ohne Konny – aber Konny zum Glück auch nicht ohne die taz. Als Vorständin der Panter Stiftung bleibt sie uns noch eine Weile erhalten. Und auch ihr Herzensprojekt – das Erbschaftsprojekt der taz – will sie noch voranbringen. Ihre beiden Nachfolgerinnen steigen da also in ein verdammt großes Paar Schuhe. Aber keine Sorge, sie sind längst in sie hineingewachsen.

Steffi Baumeister, Konny Gellenbeck, Rebecca Finke – zwei Generationen, eine taz Genossenschaft Bild: Anja Weber

Rebecca Finke und Stefanie Baumeister sind erfahrene Mitarbeiterinnen des Genoteams. Finke, Jahrgang 1985, hat die taz 2010 während eines Praktikums kennengelernt. Nach ihrem Master in Nonprofit-­Management und ­Public Governance ist sie seit sieben Jahren festes Teammitglied. ­Baumeister, Jahrgang 1991, arbeitete als Sitemanagerin im taz Verlag sowie im Communitymanagement und der Projektleitung von taz zahl ich, dem Onlinebezahlmodell der taz, bevor Konny sie 2015 ins Team holte.

Viel Arbeit für ein kleines Team

Apropos Team, die Betreuung der über 19.600 taz-GenossInnen, die Ausrichtung der alljährlichen Geno­versammlung, die Organisation der Workshops der Panter Stiftung und vieles mehr ruht auf den Schultern von nur acht Menschen.

Und trotz der vielen Aufgaben erfährt man beim Betreten des Genobüros herzliche Zugewandtheit. Kann ein Anliegen nicht sofort gelöst werden, wird man freundlichen Blicks auf ein mit silbernem Brokat bezogenes Sofa neben einer alten Stehlampe gebeten. Gemütlicher geht es im zweckmäßig-kühl gestalteten taz Neubau nirgends zu. Konny Gellenbecks Schreibtisch steht übrigens mitten unter den anderen.

In ihrem Abschieds- und Neuanfangsbrief an die GenossInnen schreibt die Chefin, sie freue sich auf die neue Aufgabe – „so, wie sich Stefanie und Rebecca darauf freuen, die Genossenschaft und die Stiftung in neue Per­spektiven zu führen“. Demnächst wollen sie das 20.000. Mitglied werben.

„Für mich wird dieses Etappenziel der Schlussstein in meiner Arbeit für die Genossenschaft sein, für Rebecca und Stefanie das Fundament ihrer künftigen Arbeit. Ich weiß, dass sie auf zugewandte Unterstützer*innen setzen können.“ Und UnterstützerInnen – das sind wir hier alle. Und Sie als unsere LeserInnen und GenossInnen ohnehin. Bleiben Sie uns gewogen. Wir sind es Ihnen schon lange.