: Gemeinsam turnen
■ Schulverwaltung legt Entwürfe zum Sportunterricht und zu Klassenarbeiten vor
Berlins SchülerInnen dürfen künftig mehr Rechtschreibfehler machen - und geschlechtsgemischt turnen. Mit zwei neuen Entwürfen der Schulverwaltung dazu muß sich jetzt der Landesschulbeirat befassen. „Sportgruppen in den Oberschulen sollen nicht mehr ausschließlich nach dem Geschlecht eingeteilt werden. Ein auf Kooperation und gegenseitiges Verständnis angelegter koedukativer Sportunterricht trägt dazu bei, Barrieren zwischen den Geschlechtern abzubauen, Rollenerwartungen bewußt zu machen und diese nicht als naturgegeben, sondern als sozial vermittelt deutlich zu machen.“
Mit dieser Zielsetzung gab der Schulstaatssekretär Kuhn gestern den Inhalt des neuen Rundschreibens bekannt. Demzufolge kann künftig jede Oberschule selbst festlegen, wie der Sportunterricht erteilt werden soll. Dabei ist zu gewährleisten, daß die Situation von Mädchen etwa muslimischen Glaubens angemessen berücksichtigt wird.
Die Neuregelung der Rechtschreibung soll, dem Entwurf folgend, künftig in den Fächern, in denen sie nicht zu den fachspezifischen Lernzielen gehört, nach Ansicht von Schulsenatorin Volkholz „auf ein vertretbares Maß reduziert werden, um etwa auch rechtschreibschwache SchülerInnen wegen ihrer Schwierigkeiten nicht in allen Fächern zu bestrafen“.
Mängel der sprachlichen Richtigkeit sollen jedoch auch weiterhin gekennzeichnet werden. Von dieser Neuregelung ausgenommen bleiben das Fach Deutsch und die Fremsprachen, in denen orthographische Fehler auch weiterhin in die Benotung einfließen.
taz
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen