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Geglückte Bewältigung

■ Interview: Tutu lobt Wahrheitskommission

Johannesburg (taz) – Desmond Tutu, Vorsitzender der Wahrheitskommission, hält den südafrikanischen Weg der Vergangenheitsbewältigung für geglückt. Die Wahrheitskommission, die im Dezember 1995 ins Leben gerufen wurde und im Juli 1998 ihre Arbeit einstellen wird, habe dafür gesorgt, daß die Nation die Schrecken der Apartheidvergangenheit anerkannt habe, sagte Tutu im taz-Interview. Die Opfer, so Tutu, hätten ihre Würde wiedergewonnen, indem sie ihre Geschichte öffentlich hätten erzählen können. Die Wahrheitskommission, die keine Sanktionen ausspricht, sei für Südafrika der bessere Weg als eine juristische Verfolgung der Täter gewesen. Weil nach dem Ende des Apartheidregimes ein machtpolitisches Patt herrschte, sei die Alternative damals ein endloser „Zermürbungskrieg“ gewesen. „Wir sind“, so der Friedensnobelpreisträger von 1984 zur taz, „ein außergewöhnliches Land. Wo sonst wäre es möglich, daß ein Präsident einen Mann, der ihn einst zum Tode verurteilen wollte, zum Mittagessen einlädt?“ Interview Seite 12

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