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Gegen eigens Klientel

Der Drogenbus kommt weg, hat die Bremer Hilfe zur Selbsthilfe beschlossen, und hat damit dem Senatsbeschluß zum Drogenstrich flott vorgegriffen. Diesen Beschluß begründet sie in einer Presseerklärung, deren Ton aufhorchen läßt: Von der Ziellosigkeit der akzeptierenden Drogenarbeit ist da die Rede und von einem erschreckenden Mangel an Logik. Statt um die drogenabhängigen Menschen gehe es hier wohl eher um die Akzeptanz der Drogen, urteilt der Verein.

Kein Zweifel: Hier werden Querelen um den richtigen Ansatz in der Drogenpolitik ausgetragen. Und in dieser Auseinandersetzung macht die Bremer Hilfe zur Selbsthilfe Liebkind bei der SPD und schwärzt ganz nebenbei die andersdenkende Konkurrenz an. Auch für einen gemeinnützigen Verein, das weiß gerade die Bremere Hilfe sehr genau, kann es nie verkehrt sein, auf Seiten des Stärkeren zu stehen.

Die Probleme im Viertel scheinen den Verein mehr umzutreiben als die Probleme der Klientel, die er betreut: der drogensüchtigen Frauen. Und so hat der Vorstand gegen den Willen seiner eigenen Mitarbeiterinnen einen einsamen Beschluß gefaßt, der die betroffenen Frauen bestraft und dem Viertel die verlorene Ruhe nicht zurückgeben kann.

Diemut Roether

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