: Gefahr aus der Windel
Australiens Landwirte fürchten Hosenscheißer
Durch das Babyfon quäkte jetzt Reuters aus dem australischen Canberra „Gefahr aus der Windel“. Doch nicht übel riechende Miasmen oder brauner Brei in der Babybuxe nach dem Genuss eines wenig kleinkindgerechten Kängurusteaks auf dem Barbie-Grill alarmierte die Newsdealer, sondern „Sorge“ um die „milliardenschwere Getreideindustrie“ der Australier, die aber nicht von kleinen Aussie-Toddlern, sondern ausgerechnet von einem noch kleineren Käfer aus Belgien bedroht wird. Dieser „Khaprakäfer“ geheißene Krabbler aus der Familie der Speckkäfer trägt zwar selbst kein Wickeltuch, ist aber hochgradig gefräßig und scheint klammheimlich in der Windelcharge eines belgischen Herstellers ins Land down under gereist. „Es ist uns gelungen, rund 1.500 der 2.000 Kartons ausfindig zu machen, aber einige sind noch im Umlauf“, versuchte Landwirtschaftsministerin Julie Collins Landwirte wie Eltern in Windelseile zu beruhigen. Doch irgendwo zwischen Darwin und Melbourne lugt sicher noch ein hungriger Speckling aus der Windel und setzt dessen Träger kafkaeske Flausen ins Ohr. Nicht auszudenken, wenn sich im Sequel „Gefahr aus der Windel II“ Käfer und Wirtsbaby zu einem breichen- wie getreideschlabbernden Monster verwandelten.
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