: GdP will Rep-Chef rausschmeißen
■ Vorermittlungen auch bei der Bremer Innenbehörde
Der Bundesvorstand der Polizeigewerkschaft GdP will heute den Bremer Polizisten Ralf R. wegen politischer Aktivitäten aus der Gewerkschaft ausschließen. Das teilte gestern der Bremer GdP-Vorsitzende Hans Schulz mit. R. sei stellvertretender Landesvorsitzender „Republikaner“ in Bremen und Kandidat für die Bürgerschaft.
Auch über den Innensenator laufen Vorermittlungen gegen den Polizeibeamten. „Sollte sich herausstellen, daß das Parteiprogramm der Republikaner mit den Gesetzen der Rechtstaatlichkeit nicht übereinstimmt, wird gegen R. ein Disziplinarverfahren eingeleitet“, sagte die Sprecherin der Bremer Innenbehörde, Merve Pagenhardt.
Den Ausschluß aus der Gewerkschaft angestrengt hat der Bremer Landesvorstand der GdP. „Die Kandidatur für Spitzenpositionen in DVU, NPD und Republikanern ist nicht mit der Gewerkschaftssatzung vereinbar“, sagte Schulz. Dem beschuldigten Polizisten war nach GdP-Angaben nahegelegt worden, von seinem Parteiamt zurückzutreten. Als er das verweigerte, „habe die Gewerkschaft reagieren müssen“. Der Beamte R. will nach Schulz' Worten als „Sicherheitsexperte“ in die Bürgerschaft einziehen und sehe sich „als Konkurrent von Innensenator van Nispen“.
Ralf Bode
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