piwik no script img

Für die Uni auf den Strich

■ Studis als Hilfslehrer und Strichjungs

Überraschung vor dem Schöneberger Rathaus: Nicht nur Äpfel und Birnen wurden dort gestern angeboten, sondern auch moderne soziologische Theorie. Professor Hans Joas von den Soziologen der Freien Universität war mit seiner Vorlesung ins Freie gezogen, um gegen die Kürzungen an den Hochschulen zu protestieren. Nicht nur viele der vorbeikommenden Passanten hörten sich den „Marktschreier“ an. Auch der zufällig anwesende Klaus von Dohnanyi erklärte seine Unterstützung.

Nicht ganz so glamourös, dafür etwas pragmatischer ging es an zwei Gymnasien in Steglitz zu. Mathematik-Studenten der FU boten sich gestern als Nachhilfelehrer an.

Auch sonst ließen sich die Studenten gestern wieder einiges einfallen, um auf die Kürzungsmisere aufmerksam zu machen: So gaben Medizinstudenten der Freien Universität vor dem Roten Rathaus ihr „letztes Hemd“ ab. Philosophen der Humboldt-Universität wollten am frühen Abend vor der Lindenoper in „antiker Bekleidung“ samt Tonne des Diogenes gegen die Kürzungen protestieren. Architekturstudenten der Technischen Universität wollten gar als Strichjungs und Huren vor der Lindenoper für die Unis auf den Strich gehen. Tobias Rapp

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen