: Flockig malen wie Wilhelm Busch
■ Meisterkopist Mrugalla bildet Fälscher-Nachwuchs aus
Auch das Fälschen kann man lernen: Der Büsumer Meisterkopierer Edgar Mrugalla sorgt nun mit einer eigenen Malschule für Nachwuchs. Angst vor der Konkurrenz hat der 60jährige jedoch nicht: „Ich habe 30 Jahre an Erfahrung und eigener Entwicklung voraus, das macht mir so schnell keiner nach.“
Überwiegend sind es Urlauber, die bei Edgar Mrugalla im Badeort Büsum an der schleswig-holsteinischen Westküste (Kreis Dithmarschen) ihre Hobbymalkunst verbessern wollen. „Jeder kann malen, was er will. Ich gebe nur meine Erfahrungen und meine technischen Kenntnisse weiter“, berichtet Mrugalla.
Die meisten Freizeitkünstler wissen zu wenig über Maluntergründe und entwickeln ihr Können nicht weiter, sind seine Erfahrungen mit den ersten Schülern: „Wer so schnell und flockig malen will wie Wilhelm Busch oder August Macke, muß den Malgrund mit Vorstreichfarbe oder Wachs präparieren.“
Die Nachwuchsfälscher könnten jeden Künstler, der länger als 70 Jahre tot ist, ungeniert „kupfern“, erläutert Mrugalla. Denn dann greift das Urheberrechtsgesetz, mit dem der Kunstfälscherkönig in diversen Prozessen selbst schon unliebsame Erfahrungen gemacht hat, nicht mehr.
Bei Künstlern der jüngeren Geschichte geht es nicht so einfach. Sie dürfen nur „in der Art eines Picasso oder Nolde“ nachgeahmt werden. Und auch das wird in der Malschule Mrugalla gelehrt. Denn Noldes Malweise beispielsweise sei sehr einfach zu vermitteln, sagt der Fälscherlehrer. Zudem zählen seine Motive bei den Nordseeurlaubern sowieso zu den Favoriten.
Wer sich allerdings doch intensiver mit dem Kopieren auseinandersetzen will, kann sich bei Mrugalla als „Meisterschüler“ bewerben. Der rührige Berliner, der in den 80er Jahren als „König der Kunstfälscher“ Prozeßgeschichte schrieb und danach sein bewegtes Leben im Norden in ruhigere und legale Bahnen lenkte, will dann sein „gesamtes Know-how“ vermitteln. Schließlich sei er schon 60 und möchte sein Lebenswerk auch fortgeführt wissen. Gabriele Knoop
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