piwik no script img

Falsches Alibi

■ Zweiter Mord war vermeidbar

Der zweite Mord des 33jährigen Klavierlehrers Bernhard R. hätte verhindert werden können. Vor der 28. Großen Strafkammer des Landgerichtes gestand gestern Alexandria M., daß der Angeklagte wenige Stunden nach der Tötung der 30jährigen Erzieherin Michaela M. im Januar mit ihr über die Tat gesprochen hatte. Auf seine Bitte hin hatte sie bei der Polizei ausgesagt, daß er ihr zur Tatzeit Klavierunterricht gegeben habe. Gegen die Zeugin läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der versuchten Strafvereitelung. Mehr als die Mitwisserschaft an einem Verbrechen beschäftigte die 27jährige die Tatsache, daß dieses gerade ihr gebeichtet worden war. Sie habe es einfach nicht wahrhaben wollen. Bernhard R., der im Januar zunächst seine Ex-Freundin getötet und geköpft und zwei Tage später einen Wohnungsnachbarn auf grausame Weise umgebracht hatte, ist wegen paranoider Schizophrenie seit seiner Festnahme in der Karl-Bonhoeffer-Klinik untergebracht. Der Prozeß wird nächsten Freitag fortgesetzt. wahn

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen