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Fäuste gegen einen rechten Philosophen

■ Autonome griffen Vertreter der Neuen Rechten, Alain de Benoist, an

Berlin. Anhänger autonomer Gruppen haben ihre Drohung wahrgemacht und den Philosophen und Vertreter der Neuen Rechten in Frankreich, Alain de Benoist, nicht zu Wort kommen lassen: Nach Angaben der Polizei wurde der 49jährige am Samstag abend kurz vor Beginn einer Diskussionsrunde in der „Neuen Gesellschaft für Literatur“ (Rosenthaler Straße 38) von 15 bis 20 „Anhängern des linken Spektrums“ regelrecht abgeführt und 300 Meter weiter mit Fäusten zusammengeschlagen. Dabei sei seine Brille zu Bruch gegangen.

Benoist, der nach dem Vorfall zunächst in sein Hotel zurückgekehrt und anschließend unter Polizeischutz in der Rosenthaler Straße aufgetaucht war, mußte schließlich unverrichteter Dinge wieder abziehen: Weil die Polizei ihn nochmals vernahm, wurde die vom Veranstalter „Kunst und Kultur GmbH“ und dem Sender „DS- Kultur“ vorgesehene Diskussion zum Thema „In den Grenzen der Aufklärung: welchen Ort hat das Fremde?“ abgesagt.

Die Teilnahme von de Benoist an dem Podium, das unter anderem mit dem Migrationsforscher Jochen Blaschke und dem Soziologen Dietmar Kamper besetzt worden war, hatte schon im Vorfeld Turbulenzen ausgelöst. Nachdem in der vergangenen Woche Flugblätter der Autonomen aufgetaucht waren, zog die Humboldt- Universität (HUB) kurzfristig die Genehmigung für die Veranstaltung in ihrem Kinosaal zurück (die taz berichtete). Alain de Benoist gilt als führender Theoretiker der französischen Rechten und unterhält intensive Kontakte zur rechten Szene in der Bundesrepublik.

Wegen des jüngsten Vorfalls hat der Veranstalter nun auch eine für diesen Samstag in der HUB vorgesehene Diskussionsrunde zu einem ähnlichen Thema abgesagt. Geschäftsführerin Brigitte Wartmann gestern zur taz: „Offenbar kursiert ein weiteres Flugblatt, mit dem auch diese Veranstaltung gesprengt werden soll. Wir haben aber keine Lust, unter Polizeischutz zu diskutieren.“ Teilnehmen sollten neben dem Historiker Julius Schoeps und dem Faschismusforscher Arno Klönne auch der wegen seiner mystischen Filme bei Linken in Kritik geratene Regisseur Hans Jürgen Syberberg.

In einer Presseerklärung der „Antifaschistischen Gruppen Berlin“ wurde der Angriff auf de Benoist gestern als „angemessen“ bewertet. So „ehrenwert der Wille zu Pluralismus, Toleranz und Diskussion“ auch sein möge – es sei andererseits nicht hinzunehmen, den „Raum der Diskussion und des Gedankenaustausches mit denen zu teilen, die ihn nur als Etappe zu ihrer Auflösung betrachten“. Severin Weiland

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