: Explosion brachte DC-10 zum Absturz
■ Pariser Verkehrsministerium hat Flugschreiber und Wrackteile untersucht / Die Urheberschaft des Attentats ist ungeklärt
Paris (afp/ap) - Die 171 Insassen der am vergangenen Dienstag über der Wüste von Niger explodierten Verkehrsmaschine der französischen Fluggesellschaft UTA sind Opfer eines Bombenanschlags geworden. Nach Angaben des Verkehrsministeriums in Paris, bestätigten sowohl die Auswertung der Flugschreiber sowie die Untersuchung der Wrackteile der DC-10, daß die Maschine während eines normal verlaufenden Fluges in der Luft explodierte. Unklarheit besteht dagegen über die Urheber des Attentats. Die Polizei prüft die Passagierliste; besondere Aufmerksamkeit fällt auf neun Personen, die das Flugzeug bei einer Zwischenlandung in N'Djamena verließen.
Nachdem Bekennerbotschaften der Schiitenorganisation „Heiliger Islamischer Krieg“ eingegangen waren, meldete sich am Wochenende die zuvor unbekannte Organisation „Tschadischer Widerstand im Untergrund“ bei einer Nachrichtenagentur in Beirut und erklärte, sie werde ihren Kampf bis zum Abzug aller französischen „Kolonialtruppen“ aus Afrika fortsetzen. Die Art der Sprengladung läßt laut einem Bericht der Zeitung 'Journal du Dimanche‘ jedoch eher auf die mit dem harten Flügel der proiranischen libanesischen Schiitenorganisation Hisbollah verbundene „Bewegung des 15. Mai“ oder auf die „Volksfront für die Befreiung Palästinas - Generalkommando“ schließen. Letztere gilt als Urheberin des Lockerbie-Attentats.
Das Nachrichtenmagazin 'L'Express‘ hatte bereits am Freitag berichtet, die Regierung in Paris habe von einem bevorstehenden Attentat gewußt. Das Personal der UTA hatte am Samstag gegen die „unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen“ der UTA protestieren.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen