piwik no script img

Es war einmal Wie der taz Salon wurde, was er ist

Von der Idee bis zur Institution: taz nord-Redaktionsleiter Jan Kahlcke erinnert sich an die Anfänge unserer Veranstaltungsreihe vor 20 Jahren im Kulturhaus 73 in der Hamburger Schanze.

Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden

Die taz nord war 2006 gerade gegründet, da sprach uns das frisch eröffnete Kulturhaus 73 im Hamburger Schanzenviertel an: „Wollt ihr nicht ein regelmäßiges Veranstaltungsformat bei uns machen?“ Bitte was? Wir ruderten täglich, um eine gute Ausgabe hinzukriegen – und nun sollten wir uns auch noch auf eine Bühne setzen? Und das gleich „regelmäßig“? „Ihr müsst nur kommen und reden“, wollte man uns beruhigen. „Den Rest machen wir.“ Okay, reden – das konnten wir.

Der taz Salon war geboren

Auch wenn wir schnell merkten, dass vor dem Reden noch eine Menge anderer Dinge zu tun sind, von der Themen- und Podiumsfindung bis zur Werbung. Der taz Salon ist im Norden eine Institution geworden – inzwischen auch in Bremen, Hannover und Kiel.

Inhaltlich ist der Salon eine Wundertüte

Wir mischen uns in lokale Debatten ein und greifen bundesweite auf, wir blicken von der Stadt in die Welt. Der taz Salon lebt vom zivilisierten Dissens. Neulich bedankte sich ein Gast dafür, wie freundlich wir über Hamburgs Olympia-Bewerbung gestritten hätten; das habe ihm „den Glauben an die Demokratie zurückgegeben“.

Und vor allem kommen wir mit unseren Leser:innen ins Gespräch

Wir hatten Robert Habeck, als er noch cool war, und Olaf Scholz, bevor er es wurde. Innensenator Andy Grote versuchte im taz Salon, das G20-Debakel zu erklären – unter lauten Störgeräuschen aus dem benachbarten Autonomen Zentrum, der Roten Flora. Wir hatten den großen Harry Rowohlt. Wir hatten eher leise, fast zärtliche Salons, etwa mit Detlef Kuhlbrodt. Und Ulrike Herrmann beschert uns immer wieder ein volles Haus.

Am 22. November feiern wir in Hamburg 20 Jahre taz Salon – unbedingt mit euch und Ihnen

Unter dem Motto „Anders machen“ wird es um die unheimliche Macht des Verfassungsschutzes gehen, um Kriegstüchtigkeit, Klimakrisenmüdigkeit, um drängende Fragen über Nahost – und ums Glück. Dazu gibt es Workshops, Musik und ein Biertasting.

Wir freuen uns!