Erneute Gruppenvergewaltigung in Indien: Erst Unbekannte, dann die „Retter“

In Indien ist eine junge Frau von drei Männern entführt und vergewaltigt worden. Als sie dann eine Gruppe von Männern um Hilfe bat, vergewaltigten diese sie erneut.

Gedenken in Ahmedabad, Indien, an den Vergewaltigungsfall vor einem Jahr. Bild: ap

NEU DELHI afp/dpa | Eine brutale Gruppenvergewaltigung hat erneut die indische Öffentlichkeit erschüttert. Wie die Zeitung Times of India und andere Medien am Freitag berichteten, sagte eine 20-Jährige bei der Polizei in Karaikal aus, sie sei an Weihnachten von drei Männern entführt worden, als sie sich mit Freunden Sehenswürdigkeiten der südindischen Hafenstadt angeschaut habe. Einer der Männer habe sie an einem abgelegenen Ort vergewaltigt und danach freigelassen. Als sie um Hilfe rief, habe eine Gruppe von sieben Männer sie angegriffen und verschleppt.

Sechs der sieben Männer hätten die Frau dann ebenfalls vergewaltigt, berichtete die Times of India. Eine Polizeisprecherin sagte gegenüber Medienvertretern, es gebe in dem Fall ein Opfer und 15 Beschuldigte. Drei von ihnen seien noch auf der Flucht, die übrigen seien festgenommen worden. Dem Zeitungsbericht zufolge waren die Verdächtigen der Polizei bereits wegen früherer Fälle von Entführung, Vergewaltigung und Einschüchterung bekannt. Der Sender CNN-IBN TV berichtete, das Opfer sei in ein Krankenhaus gebracht worden.

Am Sonntag jährt sich der Tod einer 23-jährigen Studentin in Neu Delhi nach einer brutalen Gruppenvergewaltigung. Sechs Männer hatten sich am 16. Dezember 2012 an der Studentin vor den Augen ihres Freundes in einem Bus in Neu Delhi vergangen und sie unter anderem mit einer Eisenstange so schwer misshandelt, dass sie knapp zwei Wochen später starb.

Das Verbrechen hatte die indische Öffentlichkeit zutiefst aufgewühlt und tausende Menschen zu Protesten gegen die verbreitete sexuelle Gewalt gegen Frauen und die Gleichgültigkeit der Behörden auf die Straßen getrieben. Die Politik reagierte mit der Einführung der Todesstrafe bei Vergewaltigungen mit Todesfolge.

Am Freitag verurteilte ein Gericht einen Mannwegen Vergewaltigung einer Spanierin zu lebenslanger Haft. Der Mann sei im November 2012 in die Wohnung der Musikerin eingebrochen, habe sie mit einem Messer bedroht und zunächst Geld und Schmuck gefordert, berichtete der Fernsehsender NDTV am Freitag. Dann habe er sie zweimal vergewaltigt, bis es der Frau gelang, sich zu befreien und im Bad einzuschließen. Die Polizei hatte den Mann einen Tag nach der Tat verhaftet.

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